Pariser Museum: Dieb sägt Elefant des Sonnenkönigs Stoßzahn ab

Der Mann kam mit der Kettensäge. Ein 20-jähriger Einbrecher hat im Pariser Naturkundemuseum ein historisch wertvolles Elefantenskelett um einen Stoßzahn beraubt. Er konnte kurz danach verletzt gefasst werden.

Skelett mit rechtem Stoßzahn: Nach dem Kettensägenangriff wird Restaurierung geprüft Zur Großansicht
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Skelett mit rechtem Stoßzahn: Nach dem Kettensägenangriff wird Restaurierung geprüft

Paris - Mit einer Kettensäge hat ein junger Mann in Paris einem ausgestellten Elefanten, der früher dem Sonnenkönig Ludwig XIV. gehörte, einen Stoßzahn abgesägt. Der 20-jährige Einbrecher war in der Nacht zum Samstag im Pariser Naturkundemuseum eingebrochen und sei nach der Tat zunächst geflüchtet, gab die Polizei bekannt. Bereits in einer benachbarten Straße stellten Beamte den Dieb. Aus Kreisen der Justiz verlautete am Sonntag dann, der junge Mann sei ohnehin nicht mehr gut zu Fuß gewesen, denn den habe er sich bei seiner Flucht verletzt. In einer Klinik musste er sich demnach einem chirurgischen Eingriff unterziehen.

Forschungsministerin Geneviève Fioraso, deren Ministerium für die Verwaltung des Museums zuständig ist, teilte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag mit, der Dieb sei mit dem Vorsatz eingebrochen, die Stoßzähne des Elefanten zu stehlen. Da das Sicherheitssystem des Museums wie vorgesehen funktioniert habe, sei die Tat vereitelt worden.

Die "Beschädigung dieses Ausstellungsstücks von hohem historischen und wissenschaftlichen Wert" sei aber leider nicht verhindert worden, beklagte die Ministerin. Nun werde geprüft, wie das Stück restauriert werden könne.

Über die Beweggründe des Einbrechers verlautete zunächst nichts. Elfenbein erzielt auf dem Schwarzmarkt aber hohe Preise. Vor allem in Asien ist die Nachfrage groß. Dort wird Elfenbein für die traditionelle Medizin verwendet.

Mit rund 62 Millionen Ausstellungsstücken gehört Frankreichs Nationales Naturkundemuseum zu den weltweit führenden Einrichtungen dieser Art. Jährlich lockt es etwa 1,9 Millionen Besucher an.

cai/AFP

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