Explodiertes Triebwerk Passagierin verklagt US-Airline wegen erlittenen Traumas

Drei Reihen vor ihr wurde eine Frau durch ein geborstenes Flugzeugfenster gezogen: Weil sie Zeugin dieses grausigen Vorfalls werden musste, reicht eine Mitpassagierin nun Klage gegen die Fluggesellschaft ein.

Notgelandetes Flugzeug
DPA

Notgelandetes Flugzeug


Eine gute Woche nach einem tödlichen Zwischenfall an Bord eines Flugzeugs von Southwest Airlines hat eine Passagierin die US-Fluglinie verklagt. Örtliche Medien berichteten am Freitag, dass sich die Klage von Lilia Chavez auch gegen den Motorenhersteller CFM International richte.

Beiden Unternehmen wirft sie Fahrlässigkeit vor, wie die Zeitung "Dalling Morning News" schrieb. Als Folge des Zwischenfalls erlitt Chavez unter anderem eine posttraumatische Belastungsstörung.

Am 17. April wurde in 10.000 Meter Höhe das Triebwerk des Flugzeugs beschädigt, seine Splitter schossen durch ein Fenster, eine Frau wurde fast herausgerissen und starb. Sieben weitere von insgesamt 144 Menschen an Bord wurden verletzt. Das Flugzeug war auf dem Weg von New York in die texanische Stadt Dallas.

Chavez saß nach eigenen Angaben drei Reihen hinter dem Opfer und habe "den Horror", der sich dort abgespielt habe, mitansehen müssen. Weder Southwest, noch CFM haben sich bisher zu der Klage geäußert.

Die Maschine war nach dem Vorfall auf dem Flughafen der US-Großstadt Philadelphia notgelandet. Nach der Explosion eines Triebwerkes hatten laut dem Portal für Luftfahrtnachrichten "Aero" Metallsplitter den Rumpf des Flugzeugs getroffen und ein Fenster zerstört. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Fluggesellschaft 143 Passagiere und fünf Crewmitglieder an Bord der Maschine.

Hätte der Zwischenfall verhindert werden können?

Die amerikanischen und europäischen Flugsicherheitsbehörden FAA und EASA haben sich nach dem tragischen Vorfall auf ein einheitliches Vorgehen bei der Überprüfung von vermutlich fehlerhaften Jet-Triebwerken verständigt. Innerhalb von 20 Tagen müssen rund 700 Triebwerke des Typs CFM56-7B mit Ultraschalluntersuchungen auf Materialermüdung überprüft werden.

Dabei hätte ein früheres einheitliches Vorgehen der Regulierungsbehörden das Unglück von Southwest Airlines und den Tod der Passagierin möglicherweise verhindern können. Bereits 2016 nämlich gab es eine ähnliche Panne, ebenfalls auf einem Flug der Airline. Auch damals scherte eine Triebwerksschaufel ab, durchschlug die Abdeckung und beschädigte die Tragfläche.

Nach dem Unglück 2016 ordnete die europäische Flugüberwachungsbehörde EASA ein Wartungsintervall von neun Monaten für die Ultraschalluntersuchung der Triebwerke an. Ihr amerikanisches Pendant hingegen, die FAA, konnte sich zu keiner Fristveränderung durchringen

jok/dpa/AP



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