Prozess um tödliche Schlägerei "Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so böse ausgeht"

Mitte April prügelten mehrere junge Männer auf einen Schüler ein. Das Opfer erstickte an seinem Blut. Nun müssen sich sechs Angeklagte vor dem Landgericht Passau verantworten.

Angeklagte im Landgericht
DPA

Angeklagte im Landgericht


Knapp sieben Monate nach einer tödlichen Schlägerei hat mit der Aussage eines der sechs Angeklagten der Prozess begonnen. Der 15-jährige Schüler hatte sich mit einem Gleichaltrigen zu einem Kampf verabredet, um einen Streit zu klären. Sein Kontrahent sagte vor dem Landgericht: "Ich habe ja nicht damit gerechnet, dass es so böse ausgeht."

Fünf deutsche Jugendliche und Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren sowie ein 22-jähriger Pole müssen sich für den Tod von Maurice verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt fünf der Angeklagten unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge und einem sechsten Beihilfe zur Last. Das Opfer war so schwer verletzt worden, dass es an seinem Blut erstickte. Für den Prozess sind zwölf Verhandlungstage bis Mitte Januar angesetzt.

Der später getötete Maurice K. und ein nun angeklagter 16-jähriger Jugendlicher trafen sich laut Anklage am frühen Abend des 16. April in einer Fußgängerpassage in der Innenstadt zu einem zuvor verabredeten Kampf eins gegen eins. Neben den beiden waren demnach noch etwa 20 weitere Menschen anwesend, die offenbar von einem der Mitangeklagten über den Kampf informiert worden waren.

Der Anklage zufolge weitete sich der Kampf der beiden ursprünglichen Kontrahenten nach und nach aus. Insgesamt sollen am Ende vier der nun vor Gericht stehenden Beschuldigten auf das spätere Todesopfer mit Schlägen und Tritten eingewirkt haben. Der Beschuldigte, der die Zuschauer eingeladen haben soll, soll durch Zurufe die Schläger angefeuert haben.

Der sechste Angeklagte soll verbal zunächst den Zweikampf geleitet haben und dann nicht eingegriffen haben, als auch die anderen auf das spätere Todesopfer einschlugen. Schließlich soll er versucht haben, Zeugen durch Drohungen von einer Aussage bei der Polizei abzuhalten.

sen/dpa/AFP



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