Belagerung in Toulouse: Einer gegen Frankreich

Er brüstet sich, Frankreich in die Knie gezwungen zu haben - und liefert sich einen Nervenkrieg mit der Polizei. Mohammed Merah hat sich vor den Einsatzkräften in seiner Wohnung verschanzt. Zuletzt kündigte der Serien-Attentäter an, sich ergeben zu wollen - nicht zum ersten Mal.

AP

Toulouse - Frankreich blickt in banger Erwartung auf ein unscheinbares Gebäude in einem unscheinbaren Viertel von Toulouse: In einer der Wohnungen des Hauses Nummer 17 in der Rue du Sergent Vigné hat sich Mohammed Merah verschanzt. Er hat laut Staatsanwaltschaft zugegeben, für die tödlichen Schüsse auf drei französische Soldaten und auf vier Personen vor einer jüdischen Schule verantwortlich zu sein. Merah gab Auslandseinsätze der französischen Armee und Rache für den Tod palästinensischer Kinder als Motiv an.

Seit Stunden hat sich die Situation in Toulouse kaum geändert - seit kurz nach 3 Uhr am Mittwochmorgen harrt Merah in seiner Wohnung aus. Zuvor hatten Elitepolizisten das Haus im Osten der Stadt umstellt. Ihr Versuch, die Wohnung zu stürmen und Merah zu überwältigen, scheiterte. Der 24-jährige, schwer bewaffnete Mann schoss durch die Tür und verletzte mehrere Beamte. Auf die Spur Merahs war die Polizei über Aktivitäten im Internet gekommen.

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Toulouse: Ausnahmezustand im Wohnviertel
Seit dem gescheiterten Überwältigungsversuch stehen Hunderte Einsatzkräfte - Elitepolizisten, Feuerwehrleute, medizinisches Personal - dem Mann gegenüber. Das Viertel befindet sich im Ausnahmezustand: "Das ist ein Schock", sagte Laetecia Duteil, die direkt im Nachbargebäude wohnt, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE-Reporter Holger Dambeck: "Die Kinder hier sind verängstigt". Dass es am frühen Mittwochmorgen eine heftige Schießerei am Nachbargebäude gab, habe sie nicht mitbekommen: "Ich habe nichts gehört." Um zehn Uhr habe sie zum ersten Mal aus dem Haus geschaut und sich über die vielen, schwer bewaffneten Polizisten gewundert.

Auch Anwohner Matthias Amrami bemerkte die Präsenz der Polizei erst am Morgen. Er erinnert sich an die Furcht der vergangenen Tage: "Ich weiß, dass viele Schüler Angst hatten. Manche sind gar nicht mehr in die Schule gekommen, manche wurden von ihren Eltern am Montag nach dem Anschlag auf das jüdische Gymnasium aus der Schule geholt." Nun fürchtet er, dass der Mann beim Erstürmen des Hauses getötet wird: "Ich glaube nicht, dass er sich ergibt. Ich glaube, er hat sich von religiösen Fanatikern manipulieren lassen", sagte er.

Der Umstellte hatte sich selbst als Angehöriger des Terrornetzwerks al-Qaida bezeichnet. Staatsanwalt François Molins bestätigte, dass Merah zweimal in Afghanistan und in Pakistan gewesen sei. Er sei in Pakistan in einem Terrorcamp in Waziristan ausgebildet worden. Im vergangenen November soll er wegen eines Aufenthalts in Pakistan vom französischen Geheimdienst vernommen worden sein.

Merah stand nach Angaben aus dem Innenministerium wegen fundamentalistischer Ansichten bereits unter Beobachtung: Im vergangenen November soll er wegen eines Aufenthalts in Pakistan vom französischen Geheimdienst vernommen worden sein. Laut Molins weist der mutmaßliche Attentäter "ein untypisches Profil salafistischer Selbstradikalisierung" auf. Er sei mit eigenen Mitteln und nicht über die bekannten Netzwerke nach Afghanistan gekommen. Auch nach Pakistan reiste er angeblich als Tourist ein.

"Das ist in die Hose gegangen"

Auf der Homepage der seriösen Tageszeitung "Le Monde" fällt ein ehemaliges Mitglied der Polizei-Spezialeinheit Raid, die in Toulouse vor Ort ist, ein kritisches Urteil über den bisherigen Einsatz. "Das ist in die Hose gegangen", zitiert das Blatt den anonymen Ex-Polizisten. Merah habe offensichtlich nicht überrascht werden können. "Wenn man in das Innere einer Wohnung eindringt, gibt es immer ein Risiko, dass das schiefgeht", so der Mann.

Seiner Ansicht nach wäre eine "Mausefalle" eine bessere Lösung gewesen: eine Festnahme auf der Straße. Nun bleibe nur eine Möglichkeit: Man müsse Mehras Gefühle ansprechen, ihm zeigen, dass es sich lohne, weiterzuleben. "Man muss ihn beruhigen, auf ihn einreden, dass er sich ohne Risiko ergeben kann."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft steht ein Elitepolizist in Kontakt mit Merah. Der zeige keinerlei Reue. Seine Attentate glorifiziere er mit den Worten, er habe "Frankreich in die Knie gezwungen". Staatsanwalt Molins teilte mit, Merah habe gesagt, er halte nichts von islamistischen Selbstmord-Aktionen. Der 24-Jährige habe gesagt, "dass er keine Märtyrer-Seele hat, er zieht es vor zu töten und selbst am Leben zu bleiben", so Molins.

Pattsituation am Abend

Am Morgen tauschte Merah eine Pistole gegen ein Mobiltelefon ein, um mit den Behörden verhandeln zu können. Er ist aber laut Innenminister Claude Guéant noch immer schwer bewaffnet. Merah habe "weitere Waffen, darunter eine Kalaschnikow, eine Uzi und diverse Feuerwaffen". Das Gebiet um das Haus wurde abgesperrt. Das Gebäude wurde am späten Vormittag evakuiert und die Bewohner über das Dach und Feuerwehrleitern in Sicherheit gebracht - laut "Le Monde" hatten sie mehr als acht Stunden in der Angst verbracht, Merah könnte eine Bombe haben. Auch weil sich das nicht ausschließen lässt, sind mehrere Krankenwagen vor Ort.

Wenn sich Merah nicht stellt, könnte ein langwieriges Patt drohen. "Unser größtes Anliegen ist es, ihn festzunehmen", sagte Innenminister Guéant. "Wir wollen ihn in einem Zustand festzunehmen, in dem er der Justiz übergeben werden kann. Ihn lebend zu ergreifen - so lautet der Befehl." Offensichtlich setzen die Verhandlungsführer darauf, dass der Mann irgendwann erschöpft kapituliert oder mit wenig Risiko überwältigt werden konnte.

Sollten die Behörden Fortschritte in den Verhandlungen mit Merah gemacht haben, so ist davon bisher nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Er hat laut Staatsanwaltschaft gesagt, sich am späten Abend ergeben zu wollen. Die Ernsthaftigkeit seiner Absicht steht in Zweifel. Eine derartige Ankündigung hatte er schon für 14.30 Uhr gemacht, aber nicht erfüllt. Meldungen eines französischen TV-Senders, wonach Merah überwältigt worden sei, erwiesen sich als falsch.

Merah will Taten gefilmt haben

Die Gefährlichkeit Merahs scheinen Aussagen zu belegen, die die Staatsanwaltschaft mitteilte. Demnach sagte Merah, er habe einen weiteren Soldaten und zwei Polizisten angreifen wollen. Zudem scheint Merah sich der öffentlichen Wirkung seiner Taten sehr bewusst zu sein.

Gegen 1 Uhr in der Nacht zu Mittwoch soll er eine Journalistin des Nachrichtensenders France24 angerufen haben, um sich zu den Angriffen von Toulouse und Montauban zu bekennen. Elf Minuten lang habe der Mann Details seiner Taten geschildert, darunter die Zahl der abgefeuerten Kugeln und den Waffentyp. Der Anrufer gab auch an, er habe seine Angriffe gefilmt und werde sie demnächst veröffentlichen.

Die vier Opfer des Angriffs in Toulouse, den Merah verübt haben will, wurden am Mittwoch in Jerusalem beerdigt. Die Familien hatten um eine Beerdigung des Rabbis und dreier Kinder in Israel gebeten. Die Kinder besaßen sowohl die französische als auch die israelische Staatsbürgerschaft und der getötete Rabbi hatte jahrelang in Israel gelebt. Aus Frankreich waren neben Angehörigen auch führende Vertreter der jüdischen Gemeinde und Außenminister Alain Juppé mit nach Jerusalem gereist. Der israelische Parlamentspräsident Reuven Rivlin hielt eine Gedenkrede.

Die Situation in Toulouse veranlasste die Kandidaten im französischen Präsidentschaftswahlkampf, ihre Kampagnen zu unterbrechen. Am Mittwochabend scherte Marine Le Pen, Kandidatin der rechtsextremen Front National, aus. Sie sagte, der Angriff an der jüdischen Schule zeigte, dass es an der Zeit sei, islamistischen Gruppen den Krieg zu erklären, die wegen lockerer Gesetze aufgeblüht seien.

Die Reaktionen der Öffentlichkeit sind verständlich, offenbaren aber eine gewisse Hilflosigkeit. Bevor Merah identifiziert wurde, herrschte in Frankreich quälende Ungewissheit über den Ursprung der Taten. Handelte jemand aus Antisemitismus? Rassismus? Oder einfach aus Menschenhass?

Für Repräsentanten des Staates bleibt nur der Appell an den Zusammenhalt. Präsident Nicolas Sarkozy rief angesichts der Anschläge die Bürger seines Landes zur Einheit auf: "Der Terrorismus wird es nicht schaffen, unsere nationale Gemeinschaft zu spalten", sagte Sarkozy am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der jüdischen und muslimischen Gemeinschaft in Paris.

ulz/dpa/AFP/AP/Reuters

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1. So,so
stilicho1 21.03.2012
Zitat von sysopAFPEr brüstet sich, Frankreich in die Knie gezwungen zu haben - und liefert sich einen Nervenkrieg mit der Polizei: Mohammed Merah hat sich vor den Behörden in seiner Wohnung verschanzt. Zuletzt kündigte der Serien-Attentäter an, sich ergeben zu wollen - nicht zum ersten Mal. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,822888,00.html
Die französischen Behörden wollen ihn also lebendig stellen,um ihn einem Gericht zur Aburteilung überstellen zu können. Vermutlich steckt jedoch der Wille ,durch Verhör an weitere Informationen über mögliche Vernetzungen nachzukommen, dahinter. Verlässt der Mann seine Wohnung mit Waffen ,dann ist er vermutlich ein toter Mann. Psychologisch gesehen ist die einfachste Möglichkeit ihm habhaft werden zu können die Kontaktsperre. Abwarten , nicht mehr mit ihm kommunizieren. Die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Auch der glühendste Eiferer wird irgendwann aufgeben. Und ausserdem , ist es gewollt ,dass er einen Prozess erhält ? Könnte ja auch wieder zu einem Märtyrerkult werden ¨! Klar ist nur eins : der bisher geübte Umgang mit dewaltbereiten islamistischen Kräften steht unter einer Käseglocke von Angst, ja Angst vor diesen Kräften. Auch und gerade in Frankreich.
2. Deja vu
Whitejack 21.03.2012
Der Kerl argumentiert wie Breivik. Dasselbe Denkmuster, dieselben Logiken, dieselbe Geilheit nach Aufmerksamkeit, dasselbe "Retter"- und "Rächer"-Denken. Dass er dabei u.a. einen Moslem erschossen hat (laut Koran eines der schlimmsten Verbrechen, mal abgesehen von der Tatsache, dass Mord sowieso immer und überall ein Verbrechen ist, auch im Koran) - was kümmerts ihn? Breivik hat ja auch norwegische Kinder ermordet, um Norwegen zu "retten". Bravo! Nicht undenkbar, dass er sich bei Breivik sogar was abgeschaut hat. Dass er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bekommt. Dass man seine Hasstiraden jetzt auf die Titelseiten bringt. Unfassbar, solche Menschen...
3.
Reiner_Habitus 21.03.2012
Zitat von stilicho1Die französischen Behörden wollen ihn also lebendig stellen,um ihn einem Gericht zur Aburteilung überstellen zu können. Vermutlich steckt jedoch der Wille ,durch Verhör an weitere Informationen über mögliche Vernetzungen nachzukommen, dahinter. Verlässt der Mann seine Wohnung mit Waffen ,dann ist er vermutlich ein toter Mann. Psychologisch gesehen ist die einfachste Möglichkeit ihm habhaft werden zu können die Kontaktsperre. Abwarten , nicht mehr mit ihm kommunizieren. Die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Auch der glühendste Eiferer wird irgendwann aufgeben. Und ausserdem , ist es gewollt ,dass er einen Prozess erhält ? Könnte ja auch wieder zu einem Märtyrerkult werden ¨! Klar ist nur eins : der bisher geübte Umgang mit dewaltbereiten islamistischen Kräften steht unter einer Käseglocke von Angst, ja Angst vor diesen Kräften. Auch und gerade in Frankreich.
Stürmen wäre unklug. Gegen Kugeln aus einer AK hilft nämlich auch keine Schutzweste. Nun ja die Polizei hat jedenfalls Zeit.Der mutmaßliche Attentäter hingegen muss früher oder später auch mal schlafen...
4. Großes Mitleid
hamedneun 21.03.2012
Im Namen aller guten Muslime aus der ganzen Welt möchte ich mich für diese ekelhafte Tat eines kranken Menschen entschuldigen. Es hat nichts mit echten Islam zu tun und darum verabscheut die Mehrheit der Muslime, und darauf kommt es ja an, diese Tat! Ich denke, wir alle fühlen als Bürger Deutschlands Mitleid für die Opfer. Es ist wichtig, dass alle im Dialog bleiben und Abstand von dieser Tat halten. Tut uns alle Leid!
5. islamissmus: Einzeltat / Rassismuss: Terrornetzwerk ?
ablearcher 21.03.2012
Es war ein schreckliches Verbrechen bevor man den Täter identifiziert hatte, und es ist ein schreckliches Verbrechen nachdem man den Täter identifiziert hat. Doch die Behandlung in den Medien hat sich sprunghaft gewendet. warum? Als man vermutete es wäre eine politisch rechts-aussen motivierte, faschistisch-rassistische Tat sprach man von Terrorissmus, vermutete gleich eine ganzes "Terrornetzwerk" mit 'zig Unterstützern. Parallelen zur in Deutschland aufgeflogenen "NSU" wurden laut und es klang fast so als müsse/dürfe der Staat seine Überwachung von Bürgern ausweiten um solchen Terrororganisationen bekämpfen zu können. Heute weiss man es war kein Neo-Nazi ( die ich hier nicht verteidigen will ) es war ein junger islamistischer Extremist. Teil einer Gruppe von Tausenden in Europa die den Behörden oft bekannt sind ( wie übrigens auch die Glatzen ganz rechts), die jedoch nur "überwacht" werden. Doch Überwachen bedeutet in diesem Fall tatenlos zusehen. Er war in Afghanistan um dort gegen Nato- und auch französische Truppen zu kämpfen, er wird seit jahren von Geheimdiensten beobachtet, und zählt sich selbst sogar zu Al-Quaida. Ich möchte Erinnern: Al-Quaida, das sind nicht die tausende Zivilisten die in Afghanistan und im Irak durch den Krieg ums leben kamen. Das sind die Leute die am 11. September ca. 2600 Menschen töteten, und unzählige Menschen versklavten oder töteten, einfach nur weil diese Menschen nicht islam(ist)isch genug waren. Menschen "wie du und ich". Und schon schreibt der Spiegel ( ansich ja zweifellos das seröseste in der deutschen Presselanschaft) "Einer gegen Frankreich" ? Macht ihn zum verwirrten Einzeltäter und spricht nichtmehr von dem "Terrornetzwerk" Wenn der Staat einen Terroristen innerhalb eines Netzwerks jahre lang überwacht und ihn hier und da mal bei einem "kleineren Vergehen" tatenlos zusieht, ( hier geschehen) um seine Kontaktpersonen ausfindig zu machen. OK. Doch musste man mit einem Eingreifen warten bis es Tote gibt? Und wenn es garkein islamistisches Terrornetzwerk gibt das man auskundschaften muss ( denn er ist ja laut neuesten Meldungen "nur Einzeltäter") wieso dann Jahre lang beobachten? Deutschland und Europa hbent nach der RAF viel zu lange nur auf linken Extremissmus geschaut, den verstärkt nach 1990 auftretenden rechten Extremismus total verschlafen- und jetzt wo dann doch irgendwann mal mit ein paar mitteln Mitteln gegen rechts aussen geschlagen wird vergisst man dass es neuerdings auch islamistischen Terrorismus gibt. Die Soldaten haben beschlossen notfalls für Frankreich; für liberte, egalite und fraternite ihr Leben zu geben. Hätten sie gewusst dass es auf diese Weise passiert- Sie würden sich mit Ihren Waffen 180° umdrehen. Jeder Jude der nun weil er sich nichtmehr sicher fühlt aus Frankreich nach Israel auswandert ist ein berechtigter Schlag ins Gesicht der Französischen Politik. Der politisch und religiös motivierte Mord an unschuldigen ist ein schlimmes Verbrechen, die "verniedlichung" dessen ist eine Schande für Frankreich wie es sie seit dem Pariser Massaker von 1961 nicht gegeben hat.
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Anschläge in Südfrankreich: Schüsse vom Motorroller

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Die Eliteeinheit Raid
Die Eliteeinheit der französischen Polizei "Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion", kurz Raid, wurde 1985 nach einer Serie von Bombenanschlägen gegründet. Wer sich für die Ausbildung bewerben will, muss harte psychische und physische Tests bestehen. Die Ausbildung dauert neun Monate, sie bereitet auf Einsätze in Extremsituationen zu Land, in der Luft und im Wasser vor.

Aufgabe der Raid ist die Bekämpfung des Terrorismus, die Polizisten werden zum Schutz von wichtigen Infrastrukturobjekten eingesetzt. Sie kommen aber auch bei extrem schwierigen Einsätzen zum Zug, wie zum Beispiel 1993, als sich ein Mann, der sich als "menschliche Bombe" bezeichnete, mit 21 Kindern in einer Schule verschanzte. Alle Kinder überlebten, der Geiselnehmer wurde erschossen.

Die Raid ist in verschiedenen Einheiten organisiert: Sie bestehen aus Sturmtruppen, Scharfschützen, Fallschirmspringern, Tauchern, speziell für die Verhandlungen mit Verbrechern ausgebildete Polizisten und einer Hundestaffel.