Mordfall Peggy Staatsanwaltschaft fordert Freispruch für Ulvi K.

"Keine Spuren, kein Tatort, keine Leiche": Im wieder aufgerollten Prozess um die verschwundene Peggy Knobloch hat die Staatsanwaltschaft Freispruch für den geistig behinderten Angeklagten Ulvi K. gefordert - ebenso wie die Verteidigung.

Ulvi K. (M) mit seiner Betreuerin im Landgericht Bayreuth
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Ulvi K. (M) mit seiner Betreuerin im Landgericht Bayreuth


Bayreuth - Im Wiederaufnahmeverfahren um den Mordfall Peggy Knobloch hat die Staatsanwaltschaft auf Freispruch für den Angeklagten Ulvi K. plädiert. "Wir haben keine Spuren, keinen Tatort, keine Leiche. Wir haben nur das Geständnis des Angeklagten", sagte Staatsanwältin Sandra Staade vor dem Landgericht Bayreuth. "Wenn dieses aber möglicherweise falsch war, dann muss gelten: Im Zweifel für den Angeklagten."

Verteidiger Michael Euler beantragte ebenfalls, seinen Mandanten freizusprechen. Zeugen hätten Peggy auch noch nach dem von der Polizei vermuteten Todeszeitpunkt in ihrem Heimatort Lichtenberg gesehen. Das Urteil wird die Strafkammer am Mittwoch bekanntgeben.

Die neunjährige Peggy aus Oberfranken war im Mai 2001 spurlos verschwunden, eine Leiche wurde nie gefunden. Der geistig behinderte Ulvi K. wurde im April 2004 als ihr Mörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. In dem Wiederaufnahmeverfahren ging es vor allem um die Frage, wie glaubhaft dessen Geständnis war - es ähnelte der vermuteten Tatversion der Polizei auffällig. Das wurde aber erst später bekannt.

Ein Gutachter kam in dem neuen Prozess zu dem Ergebnis, Ulvi K. könne sich das Geständnis auch ausgedacht haben. "Ein mit hoher Wahrscheinlichkeit richtiges, aber nicht ausschließbar falsches Urteil kann nicht Grundlage für eine Verurteilung sein", so die Staatsanwältin. Der Vorsitzende Richter hatte die Beweisaufnahme vergangene Woche vorzeitig beendet. Die Begründung: Es gebe keinen einzigen Sachbeweis für das damalige Geständnis.

Außerdem war im Prozess der Vorwurf laut geworden, die Ermittler hätten brutale Verhörmethoden angewandt.

gam/dpa

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