Berufungsverfahren Anwältin fordert mildere Strafe für Peter Madsen

Der dänische Erfinder Peter Madsen kämpft vor Gericht um eine kürzere Strafe. Die Staatsanwaltschaft hingegen hält die lebenslange Haft für angemessen.

Betina Hald Engmark, Verteidigerin von Peter Madsen
Martin Sylvest/Ritzau Scanpix via AP/dpa

Betina Hald Engmark, Verteidigerin von Peter Madsen


Im Berufungsprozess gegen Peter Madsen hat seine Anwältin eine mildere Strafe für den dänischen Erfinder gefordert. Der 47-Jährige war im April für den Mord an der Journalistin Kim Wall zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Eine lebenslange Strafe ist bei einem einzelnen Mord in Dänemark unüblich. In dem dreitägigen Verfahren geht es nun nur um die Länge der Strafe. Die Verurteilung wegen Mordes hat Madsen akzeptiert.

Die Staatsanwaltschaft plädierte für die Aufrechterhaltung des Urteils. Kristian Kirk sagte, bei dem Verfahren gehe es nicht darum, herauszufinden, ob Madsen schuldig sei, denn das sei er zweifelsohne. Er ging noch einmal die Details des Mordes an Bord des U-Bootes Nautilus durch. Außerdem führte er an, dass auf Madsens Computer zahlreiche Videos gefunden wurden, die die Misshandlung und Ermordung von Frauen zeigten.

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"Selbst wenn das Gericht nicht darüber entscheiden soll, ob Madsen schuldig ist, muss es ihn doch beurteilen können", sagte Kirk. Er sieht es als erwiesen an, dass der Erfinder den Mord und die Zerstückelung der schwedischen Journalistin geplant hatte. Die verschärften Umstände der Tat rechtfertigten eine lebenslange Haftstrafe.

Madsens Anwältin Engmark hatte in ihrem Schlussplädoyer die schwache Beweislage kritisiert. Im Mai erklärte sie, die Berufung gegen das Strafmaß bedeute kein Eingeständnis der Tat. Er habe lediglich entschieden, nicht dagegen zu kämpfen, weil ihm dazu die Kraft fehle.

bbr/dpa/AFP

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