Geiselnahme in Jugendamt 29-Jähriger zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Fünfeinhalb Stunden hielt ein Mann eine Jugendamtsmitarbeiterin in Bayern in seiner Gewalt und verletzte sie mit einem Messer. Nun ist das Urteil gefallen.

Der Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichts Ingolstadt
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Der Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichts Ingolstadt


Das Landgericht Ingolstadt hat einen Mann wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Kammer ordnete außerdem die Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie an. Aus Sicht des Gerichtes stellt der Verurteilte auch künftig eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Der Angeklagte hatte die Geiselnahme zugegeben. Im November 2017 hielt er die Mitarbeiterin des Jugendamts im oberbayerischen Pfaffenhofen rund fünfeinhalb Stunden gefangen. Zudem gestand er, die Frau dabei mit einem Messer zweimal verletzt zu haben. Polizisten setzten den Täter mit einem Elektroschocker außer Gefecht und befreiten die Geisel.

Polizeieinsatz in Pfaffenhofen an der Ilm (Foto vom 6. November 2017)
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Polizeieinsatz in Pfaffenhofen an der Ilm (Foto vom 6. November 2017)

Der Mann wollte nach Ansicht der Richter die Herausgabe seiner Tochter erzwingen. Ein Familiengericht hatte die damals eineinhalbjährige Tochter des Mannes in einer Pflegefamilie untergebracht, weil die Mutter des Mädchens psychisch auffällig war. Der 29-Jährige forderte, das Kind zurück zur Mutter zu bringen.

Der Vorsitzende Richter ging auch auf die Schizophrenie des Angeklagten ein. Er sei seit Jahren "von Todessehnsüchten getrieben" und habe schon die Tötung von Menschen angekündigt. Wegen seiner Krankheit ist der Angeklagte vermindert schuldfähig und bekam eine mildere Haftstrafe.

jpz/dpa



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