Tanklastwagen brannte "Held von Schrobenhausen" muss 3200 Euro Strafe zahlen

In einer bayerischen Kleinstadt brannte ein Tanklastzug. Trotz Explosionsgefahr lenkte der Fahrer den Lkw noch auf unbewohntes Gebiet. Vor Gericht ist er nun trotzdem zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Brandort in Schrobenhausen (Archiv)
DPA

Brandort in Schrobenhausen (Archiv)


Er steuerte seinen brennenden, mit 34.000 Litern Benzin und Diesel beladenen Lkw in der Kleinstadt Schrobenhausen aus bewohntem Gebiet - um eine Katastrophe zu verhindern. Jetzt ist der als "Held von Schrobenhausen" gefeierte Tanklastzugfahrer vom Amtsgericht Pfaffenhofen wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer Geldstrafe von 3200 Euro verurteilt worden.

Der Mann habe schon vor dem Feuer Probleme an dem Fahrzeug bemerkt und hätte erst nach Klärung der Ursache weiterfahren dürfen, begründete das Gericht sein Urteil. Die Strafe setzt sich aus 80 Tagessätzen zu je 40 Euro zusammen. Vorbestraft ist er damit nicht - jedoch wurde ihm für einen Monat verboten, Kraftfahrzeuge zu führen. Der Mann hätte erst weiterfahren dürfen, nachdem geklärt war, was die Ursache für den Rauch am Fahrzeug ist.

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hatte ihm vorgeworfen, noch etwa 25 Kilometer mit dem defekten Tanklaster weitergefahren zu sein. Er habe erst reagiert, als Flammen aus dem Auflieger schlugen und Explosionsgefahr bestand.

Der 50-jährige Lkw-Fahrer sagte im Prozess, er habe den Rauch bemerkt, als er anhalten wollte, um etwas zu essen. Er sei aber zunächst von einer heiß gelaufenen Bremse ausgegangen. Als der Rauch verschwand, sei er angefahren, habe die Bremse erfolgreich getestet und die Fahrt fortgesetzt. Erst als der Reifen mit einem lauten Knall geplatzt sei, habe er festgestellt, dass etwas nicht stimmte. Schließlich seien Flammen vom Reifen hochgeschlagen und er habe die Polizei alarmiert.

Der Richter bewertete dieses Verhalten des Kraftfahrers mit jahrzehntelanger Berufserfahrung kritisch: Er hätte erst weiterfahren dürfen, nachdem geklärt war, was die Ursache für den Rauch am Fahrzeug ist.

Ein Beamter hatte den Fahrer damals mit dem brennenden Laster aus der Kleinstadt in Oberbayern mit knapp 17.000 Einwohnern gelotst. Der Tanklaster wurde außerhalb des Ortes von der Feuerwehr gelöscht. Die Ermittlungen ergaben, dass ein defektes Radlager das Unglück ausgelöst hatte. Die Polizei hatte sich anerkennend über den mutigen Mann geäußert, die Stadt Schrobenhausen wollte sogar eine Dankesfeier ausrichten. Der Lkw-Fahrer sagte im Prozess: "Ich bin froh, dass niemandem etwas passiert ist körperlich."

apr/dpa



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