Pfefferspray-Attacke: Möchtegern-Superheld außer Kontrolle

Phoenix Jones bezeichnet sich als Anführer der Superhelden-Bewegung von Seattle. Im schwarzen Kostüm geht er nachts in der US-Metropole auf Verbrecherjagd - und ist dabei alles andere als zimperlich. Nun ist der Helfer selbst zum Problem geworden.

Phoenix Jones: Selbsternannter Superheld Fotos
AP/ seattlepi.com

Seattle - Er trägt eine schwarze Maske mit gelben Streifen und einen Anzug, der alle Muskelpartien stark betont: Unter dem Namen Phoenix Jones will ein 23-Jähriger in Seattle im US-Bundesstaat Washington das Verbrechen bekämpfen. Nun ist der selbsternannte Superheld offenbar zu weit gegangen. Die Polizei nahm ihn am Wochenende fest, weil er mehrere Menschen mit Pfefferspray angegriffen haben soll.

Er habe nur versucht, einen Straßenkampf zu beenden, verteidigte sich Jones. Am Donnerstag soll er dem Richter vorgeführt werden. "Nur weil er ein Kostüm trägt, steht er nicht über dem Gesetz", sagte Polizeisprecher Mark Jamieson. "Man kann nicht einfach herumlaufen und Leute mit Pfefferspray besprühen, weil man denkt, sie prügeln sich."

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Jones in Großbuchstaben, er würde niemals eine Person angreifen oder verletzen, wenn sie nicht einem anderen Menschen Schaden zufüge. Zudem veröffentlichte er ein Video, das nach seinen Angaben den Vorfall vom Wochenende dokumentiert.

Auf den oft wackeligen Bildern ist zunächst zu sehen, wie Jones auf eine kleine Gruppe zuläuft und die Ansammlung auflöst. Schreie sind zu hören. Jones trägt eine Spraydose, eine Frau will ihn mit ihren Highheels auf den Kopf hauen. Jones behauptet, es habe zuvor eine Schlägerei in der Gruppe gegeben. Die Polizei sagt, dafür gebe es keine Anzeichen. Später ist zu sehen, wie es weiteren Streit zwischen Jones und der Gruppe gibt, die Schauplätze wechseln, das Video dauert länger als 13 Minuten, es endet erst mit dem Eintreffen der Polizei.

Jones hat in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit bekommen. Seine Facebook-Seite hat fast 15.000 Fans, er bezeichnet sich als Anführer der "Rain-City-Superhelden-Bewegung". Die Polizei fürchtet, dass Jones die "Rain City" Seattle nur als seinen Abenteuerspielplatz missbraucht.

Es habe zuletzt häufiger Berichte gegeben, dass Jones und seine Leute Pfefferspray gegen Bürger einsetzen, heißt es im Polizeireport. Jones sei angewiesen worden, Probleme nur zu beobachten und der Polizei zu melden. "Aber er versucht weiter, die Dinge selbst zu lösen."

Zu allem Überfluss haben die Ermittler Jones nicht unter seinem Superhelden-Alias registriert, sondern unter seinem bürgerlichen Namen, der auch noch öffentlich bekannt wurde. An dieser Stelle soll er jedoch nicht genannt werden, denn Superhelden versuchen stets, ihre wahre Identität geheimzuhalten. Das sollte auch für Möchtegern-Superhelden gelten, um Freunde und Verwandte vor Racheakten von Schurken zu bewahren.

hut/AP

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