Haflinger-Herde in Thüringen Pferde durch Grünschnitt vergiftet

Tragisches Ende für elf Haflinger: Die Tiere aus Thüringen starben, weil Unbekannte offenbar Grünschnitt auf die Weide warfen. Dabei kann bei Pferden ausgerechnet eine Pflanze tödlich wirken, deren Name es nicht erahnen lässt.

Haflinger in Meura: Tod durch Lebensbaum
AP

Haflinger in Meura: Tod durch Lebensbaum


Meura - Elf Jungpferde sind auf einer Weide im südthüringischen Gräfenthal qualvoll gestorben. Sie hatten giftige Pflanzen gefressen. Die Obduktion zweier toter Hengste habe den Verdacht der Vergiftung erhärtet, teilte die Zuchtleiterin des Haflinger Gestüts Meura, Katrin Unger, am Sonntag mit.

Nach ersten Erkenntnissen hatten Unbekannte Grünschnittabfälle auf die Weide geworfen, die Äste von Lebensbäumen enthielten. Diese sind für Pferde giftig. Neun Haflinger der Herde waren am Sonntag noch mit Symptomen in tierärztlicher Behandlung. "Die Tiere bekommen Krämpfe und würden letztendlich ersticken, wenn wir sie nicht vorher erlösen", erklärte die Zuchtleiterin gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung". Bei drei Tieren habe sich der Zustand mittlerweile gebessert.

Die Betreiber des Gestüts gehen aber nicht von einem kriminellen Hintergrund aus. Viele, die nichts mit Pferden zu tun haben, wissen nicht, dass viele Pflanzen für Pferde giftig sind", sagte Unger.

Der Tod der Tiere bedeutet auch einen wirtschaftlichen Schaden

Die Polizei will ermitteln, wer den Grünschnitt auf die Weide geworfen hat. Für das Gestüt bedeuten die Vorfälle auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Aktuell wird dieser mit über 10.000 Euro beziffert.

"Wir behalten rund 45 Fohlen pro Jahrgang, um sie später auszubilden, zu verkaufen oder mit ihnen zu züchten", so Unger. "Da fehlt uns jetzt ein großer Teil der einjährigen Hengste."

mhu/dpa

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insgesamt 55 Beiträge
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HARK 11.05.2014
1. Thuja...
... ist leider eine der häufigsten Vergiftungsursachen bei Pferden... und im Übrigen auch für Menschen nicht sonderlich bekömmlich. Die ätherischen Öle können z.B. beim Heckenschnitt ohne Handschuhe Reizungen der Haut verursachen. Das erzählen die Baumschulen etc. aber nie...
hooverphonic 11.05.2014
2. Thuja?
Da kann ich mich aber auch als Mensch noch dran erinnern - nämlich als Kind -, dass ich immer angehalten wurde, wenn ich das Zeug im Garten angefasst habe, mir immer die Hände zu waschen. Irgendwo hab ich auch mal gelesen, dass es Allergiker gibt, die vom Berühren der Äste oder Blätter Hautausschläge bekommen.
u.loose 11.05.2014
3. Na klasse
eine billige Thuja Hecke schneiden und dann den Dreck anderen Leuten aufs Grundstück kippen, weil man für die Entsorgung nicht zahlen will... Thuja ist für jeden giftig, nicht nur für Pferde und man sollte auch die Finger davon lassen - schon das Anfassen ist stark allergen... Dieses nicht heimische Zeug sollte man schlicht per Gemeindesatzung verbieten....
widower+2 11.05.2014
4. Lebensbaum?
Lebensbaum ist botanisch keine hinreichend begrenzende Bezeichnung. Waren Thuja gemeint?
plagiatejäger 11.05.2014
5. Wer kippt denn Thuja auf eine Pferdewiese
Also ohne Genehmigung der Besitzer irgendein schon so komisch riechendes Gehölz als Futterangebot und Grasersatz zu entsorgen erscheint mir doch eine sehr gewagte These. Da sollte man im Zweifel, also wenn sich die Verantwortlichen nicht finden lassen, doch eher von einem Anschlag ausgehen. Ich finde Thujenhecken die schlimmsten Hecken überhaupt, aber für viele funktionell. Es müsste sich doch genetisch testen lassen, von welchen hecken der Umgebung die Thujen stammen und wo gerade geschnitten wurde (OK, im Frühjahr vielleicht überall, wobei man eigtl. nicht schneiden darf, wenn Vögel brüten, also vielleicht doch die einzige Ausnahme?).
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