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Mord wegen Lebensversicherung: Ex-Freund setzte Killer auf Pferdewirtin an

Ein perfide geplantes Mordkomplott in der gutbürgerlichen Reiterszene entsetzt die Ermittler in Berlin. Kaltblütig soll ein 23-Jähriger den Auftragsmord an seiner Ex-Freundin geplant und bei der Tat zugesehen haben. Es soll ihm um 245.000 Euro gegangen sein.

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DPA

Tatort in Berlin-Lübars: "Perfide geplante Tötung im gutbürgerlichen, gehobenen Milieu"

Berlin - Vor einer Woche war nahe dem Freibad in Berlin-Lübars die Leiche einer jungen Frau gefunden worden, die Polizei ging recht schnell von einer Beziehungstat aus. Nun erkennen die Ermittler langsam das gesamte Ausmaß des Verbrechens und sind überzeugt, dass es um Geld ging: Der Ex-Freund der 21-jährigen Pferdewirtin habe an deren Lebensversicherung kommen wollen und deswegen ihre Ermordung in Auftrag gegeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

"Es handelt sich hier um eine sehr perfide geplante Tötung im gutbürgerlichen, gehobenen Milieu", sagte Oberstaatsanwalt Michael von Hagen. Der 23-jährige Tatverdächtige habe sich in Nordrhein-Westfalen einen Reiterhof aufbauen wollen und brauchte dafür Geld. Erst kürzlich habe seine Ex-Freundin eine Lebensversicherung abgeschlossen - in Höhe von 245.000 Euro und zu seinen Gunsten. Das wurde der 21-Jährigen wohl zum Verhängnis.

Weil er sich den Mord nicht selbst zutraute, habe der Pferdesportler eine Bekannte aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten eingeweiht. Die 26-Jährige versprach sich offenbar eine gemeinsame Zukunft mit dem Mann und holte laut Polizei ihren 23-jährigen Bruder mit ins Boot. Der saß selbst im Gefängnis und soll den Kontakt zu dem mutmaßlichen Mörder aus Dortmund hergestellt haben. Der 22-Jährige sollte für 1000 Euro den Mord begehen.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge lockte der Ex-Freund die 21-Jährige in der Tatnacht auf einen Parkplatz an dem Freibad. Sowohl er als auch seine 26-jährige Komplizin sollen anwesend gewesen sein, als der Killer das Opfer von hinten vor ihren Augen erwürgte.

Der Ex-Freund sitzt bereits seit einer Woche in U-Haft. Ermittler waren schnell von einer Beziehungstat ausgegangen und hatten ihn auf einem Pferdehof im brandenburgischen Friesack gefasst. Erst mit dem Handy des Opfers und einer Funkzellenabfrage, mit der sich Aufenthaltsorte nachvollziehen ließen, kamen sie dem grausamen Ausmaß des Mordkomplotts auf die Spur.

Seit Donnerstag sitzen auch der Auftragskiller und die Komplizen in Haft. Bis auf den Ex-Freund haben alle die Tat eingeräumt, der mutmaßliche Auftraggeber hat laut Polizei bislang alles abgestritten. Jedoch wisse er noch nicht, dass seine drei Komplizen gefasst seien und Geständnisse abgelegt hätten. Im Verhör soll er nun mit den neuen Erkenntnissen konfrontiert werden.

"Es ist erschreckend, welche Kaltblütigkeit der Freund mit seinen 23 Jahren an den Tag gelegt hat", sagte die Leiterin der Mordkommission, Jutta Porzucek. Selbst erfahrene Ermittler seien geschockt gewesen von der grausamen Tat.

siu/dpa/dapd

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