Streit über Pflegekosten Früheres Heimkind muss nicht für Mutter zahlen

Als Baby kam sie ins Heim, hatte ihr Leben lang kaum Kontakt zur Mutter: Dennoch sollte eine 55-Jährige Unterhalt für den pflegebedürftigen Elternteil zahlen. Dagegen wehrte sie sich - mit Erfolg.

Die Klägerin Gabriele Dietz-Paulig vor dem Offenburger Familiengericht (Archivfoto)
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Die Klägerin Gabriele Dietz-Paulig vor dem Offenburger Familiengericht (Archivfoto)


Ein ehemaliges Heimkind muss für seine pflegebedürftige Mutter keinen Unterhalt zahlen. Das hat das Familiengericht im baden-württembergischen Offenburg entschieden.

Die Klägerin Gabriele Dietz-Paulig wehrte sich vor Gericht dagegen, die Pflegekosten für ihre Mutter zu übernehmen. Das Landratsamt im baden-württembergischen Ortenaukreis hatte entsprechende Ansprüche erhoben. Die Mutter ist 85 Jahre alt und lebt in einem Offenburger Pflegeheim.

Die 55 Jahre alte Tochter argumentierte, ihre Mutter habe sie nach der Geburt weggegeben, sie sei im Kinderheim aufgewachsen und habe so gut wie keinen Kontakt zur Mutter gehabt. Die mittlerweile pflegebedürftige Mutter habe ihre Tochter dadurch vernachlässigt, sagte Anwalt Michael Klatt.

Im Mai hatte das Gericht vorgeschlagen, dass die Klägerin künftig 30 Prozent des errechneten Unterhalts - er beträgt etwa 760 Euro - übernimmt. Das Landratsamt hätte dem zugestimmt, die Klägerin lehnte indes ab.

Die Behörde will nun die schriftliche Urteilsbegründung prüfen und dann entscheiden, ob sie die Entscheidung akzeptiert oder den Fall in die nächste Instanz trägt.

ulz/dpa

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