Prozess gegen AC/DC-Drummer Phil Rudd gibt Morddrohungen zu

Er hatte die Vorwürfe stets bestritten, jetzt bekannte sich Hardrocker Phil Rudd vor Gericht schuldig: Er habe einen Geschäftspartner töten wollen. Die Folgen des Geständnisses könnten erheblich für ihn sein.


Schuldig. Es war nur ein Wort, das Phil Rudd vor Gericht im neuseeländischen Tauranga über die Lippen brachte. Aber das Wort könnte ihn die Karriere kosten, den Ruf, das Renommee. Ja, er habe einen Geschäftspartner mit dem Tod bedroht. Ja, er habe Drogen besessen, räumte der Schlagzeuger der Rockband AC/DC ein. Jetzt drohen ihm sieben Jahre Haft. Bisher hatte der 60-Jährige die Vorwürfe stets bestritten.

Im September vorigen Jahres soll Rudd dem Geschäftspartner in einem Anruf gesagt haben, dass er ihn töten wolle. Anlass des Streits war demnach offenbar eine missglückte Party zur Vorstellung von Rudds Solo-Album im August. Der Anwalt des Schlagzeugers versuchte, die Vorwürfe kleinzureden. Im Kern gehe es um einen aus dem Ruder gelaufenen Anruf. Rudd kam gegen Kaution zunächst frei. Ein Urteil soll am 26. Juni fallen.

Rudd gab auch zu, dass er einem weiteren Geschäftspartner 153.000 Dollar versprochen habe, um das Opfer zu töten. Während einer Hausdurchsuchung wurden bei dem Musiker Marihuana und Amphetamine gefunden. Rudd lebt seit 1983 in Neuseeland und betreibt dort ein eigenes Restaurant.

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AC/DC-Drummer: Das Enfant terrible
In den vergangenen Jahrzehnten pflegte er eine Art On-and-Off-Beziehung zu AC/DC. In den Achtzigerjahren verließ er die Band, kehrte aber später zurück. Zurzeit ist die Hardrockband auch wegen der gerichtlichen Eskapaden ohne ihn auf Tournee, der Waliser Chris Slade vertritt ihn an den Trommeln.

Rudd hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er zu AC/DC zurück will. In einem Interview Ende vorigen Jahres sagte er, er werde wieder mit AC/DC arbeiten. "Und es ist mir egal, wem das gefällt und wem nicht." Sollten ihn die Richter wirklich ins Gefängnis schicken, wird er ein Comeback wohl auf lange Zeit abschreiben müssen.

sms/dpa/AP



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