Geklauter Daumen eines Terrakotta-Kriegers Schlimmer Finger

Ein 24-Jähriger konnte offenbar seine Finger nicht von den Fingern eines äußerst wertvollen Terrakotta-Kriegers lassen. Jetzt fehlt dem archäologischen Schatz ein Daumen - und das Museum ist in Erklärungsnot.

Terrakotta-Krieger
The Franklin Institute

Terrakotta-Krieger


Die weltberühmte Terrakotta-Armee ist ein einzigartiges archäologisches Relikt: 8000 der tönernen Krieger wurden einst hergestellt, um das Grab des chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi zu bewachen.

Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Delaware wollte offenbar einen kleinen Teil der Armee für sich haben - und hat deshalb nun Ärger mit der Polizei und Chinas Behörden. Bei einer Veranstaltung im Franklin Institute in Philadelphia begab sich der 24-Jährige in eine Ausstellung mit zehn der weltberühmten Krieger. Erst machte er mit einer Statue ein Selfie, dann brach er den linken Daumen des Standbildes ab - so berichtete es die Polizei.

Museumsmitarbeiter bemerkten das Fehlen des Fingers am 8. Januar; es dauerte einige Tage, bis die US-Bundespolizei FBI den mutmaßlichen Fingerdieb ausfindig machen konnte. Er soll zugegeben haben, den Daumen in einer Schreibtischschublade aufbewahrt zu haben.

Ob er sich der möglichen Folgen seiner Handlung bewusst war, darf bezweifelt werden: Der Wert der Statue wird auf 4,5 Millionen Dollar geschätzt. Sie soll repariert werden. Laut einer Museumssprecherin hatte ein Sicherheitsdienst bei der Veranstaltung die Vorgaben zum Schutz der Ausstellungsstücke nicht befolgt.

Chinesische Behörden verlangten laut BBC, den 24-Jährigen schwer zu bestrafen. Die staatliche Stelle, die für die Verleihung von Kriegern für Ausstellungen im Ausland zuständig ist, verurteilte die Sorglosigkeit des Franklin Institutes. Man werde zwei Fachkräfte in die USA schicken, um die Reparatur zu begleiten.

Die Terrakotta-Armee wurde 1974 gefunden, eine der größten archäologischen Entdeckungen der Moderne. Seit 1987 steht sie auf der Weltkulturerbe-Liste. Qin Shihuangdi, dem 221 v. Chr. die Einigung Chinas gelang und der als erster Kaiser des Reiches gilt, hatte das Terrakotta-Heer bauen lassen, damit es ihm ins Jenseits folge.

Der mutmaßliche Fingerdieb reiht sich in eine lange Reihe von Personen ein, die - beabsichtigt oder nicht - Kunstwerke oder archäologische Schätze zerstörten. Sehen Sie selbst:

ulz/AP



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