Geld für Obdachlosen gesammelt Polizei durchsucht Haus nach Spendenkampagne

Ein Obdachloser aus Philadelphia half angeblich einer Frau, die mit ihrem Auto liegen geblieben war. Sie revanchierte sich und sammelte Spenden - doch an der gutherzigen Aktion gibt es inzwischen erhebliche Zweifel.

Elizabeth Robertson / The Philadelphia Inquirer via AP

Anmerkung: Die Staatsanwaltschaft von Burlington County geht inzwischen davon aus, dass die Beteiligten die Geschichte erfunden haben, um durch den Spendenaufruf an Geld zu kommen. Die Personen wurden deshalb festgenommen (lesen Sie hierden aktuellen Stand).


Polizisten haben das Haus eines Paares in Florence im US-Bundesstaat New Jerseydurchsucht. Sie beschlagnahmten auch ein Auto, wie der Sender CBS berichtet. Der Einsatz ist der Tiefpunkt einer Geschichte, die wie ein Märchen begann.

Johnny Bobbitt, ein Obdachloser aus Philadelphia, hatte im vergangenen Oktober einer damals 27-Jährigen geholfen. Kate McClure war mit ihrem Auto liegen geblieben. Bobbitt gab seine letzten 20 Dollar für Sprit aus und brachte ihr den Kanister.

McClure war dankbar, sie nannte Bobbitt einen "tollen, selbstlosen" Menschen. Zum Dank begann sie mit ihrem Freund Mark D'Amico im Netz Geld für Bobbitt zu sammeln. Mit großem Erfolg: Rund 400.000 Dollar kamen laut CNN zusammen.

Doch mit dem Erfolg begannen offenbar die Konflikte. Im August berichtete die Zeitung "Philadelphia Inquirer", dass Bobbitt das Paar verklagte. Er warf ihnen demnach Betrug vor. Sie hätten "wesentliche Beträge der Summe" für ihre eigenen Zwecke genutzt.

Zudem liege das Geld auf Konten, zu denen Bobbitt keinen Zugang habe. Laut seinem Anwalt bekam er lediglich 75.000 US-Dollar, abzüglich der Kosten für die Kampagne stünden ihm noch 300.000 Dollar zu.

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Spendenkampagne für Obdachlosen: Streit um 400.000 Dollar

Die Vorwürfe wies das Paar zurück. Der Anwalt der beiden gab an, dass Bobbitt bereits 200.000 Dollar erhalten habe. Den Rest der Summe soll er allerdings erst bekommen, wenn er einen festen Job habe und keine Drogen mehr nehme. Eine Frist zur Übergabe der Summe ließ das Paar CNN zufolge verstreichen. Die Hausdurchsuchung hat die Polizei bestätigt.

"Jeder Dollar floss in Drogen"

Dem "Philadelphia Inquirer", sagte D'Amico, der Freund der Frau, Bobbitt habe im vergangenen Jahr in weniger als zwei Wochen 25.000 Dollar ausgegeben - vor allem für Rauschgift. "Jeden Dollar, den er berührt hat, floss in Drogen", sagte er.

Außerdem sagte D'Amico, einem Süchtigen wie Bobbitt das Geld zu geben sei so, als würde man ihm eine "geladene Waffe" in die Hand drücken. Bobbitts Anwalt zufolge will der Obdachlose eine Therapie anfangen.

Das Geld jedenfalls wird Bobbitt bekommen, wie sein Anwalt inzwischen bekanntgegeben hat. Er habe mit der Spendenplattform eine Einigung erzielt. "GoFundMe" werde die Summe erstatten. Sein Mandant habe bereits 20.000 Dollar bekommen, den Rest werde er nach einer Untersuchung der Plattform und nach Abschluss des Gerichtsverfahrens erhalten.

jpz



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