Unmenschliches Gefängnis in Manila "Viele werden verrückt"

3800 Häftlinge, zusammengepfercht in einem Gebäude, gebaut für 800. Die Bilder aus dem überfüllten Quezon-City-Gefängnis im philippinischen Manila sorgen für Beklemmung.

AFP

Dicht an dicht gedrängt liegen sie auf dem Boden, auf spärlichen Decken zusammengepfercht auf dem nackten Beton. Um zu schlafen, müssen sie sich abwechseln, 160 bis 200 von ihnen in einer Zelle, die für 20 ausgelegt ist. Manche liegen auch im Treppenhaus, Stufe um Stufe mit menschlichen Leibern belegt. Die Häftlinge des Quezon-City-Gefängnisses in der philippinischen Hauptstadt Manila leben in der Hölle auf Erden.

Das Gefängnis ist ein Gradmesser des chaotischen Kampfes gegen die Kriminalität in dem südostasiatischen Land. Laut dem "Independent" werden Gefangene hier während ihrer Gerichtsverhandlung eingekerkert - und die könne Jahre dauern.

"Viele werden verrückt", sagte Mario Dimaculangan, der dienstälteste Häftling im Quezon-City-Gefängnis der Agentur AFP im Interview. "Sie können nicht klar denken. Es ist so voll. Nur die kleinste Bewegung, und du stößt an jemand anderen." Dimaculangan sagt, er sitze seit 2001 im Gefängnis, nachdem er wegen Mordes an dem Verwandten eines Politikers angeklagt worden sei. Im Schnitt habe er einen Verhandlungstag pro Jahr gehabt.

Eine Toilette für 130 Menschen

Der Vorsitzende der philippinischen Menschenrechtsorganisation "PhilRights", Nymia Pimentel Simbulan, sagt laut "Independent", bei den Zuständen in Quezon City handele es sich nicht um einen Einzelfall. "Diese Bedingungen existieren in ländlichen, wie auch in Stadtgefängnissen im ganzen Land, genau wie in Strafanstalten auch."

Sanitäre Anlagen sind laut einem Bericht der Menschrechtskommission des Landes aus 2015 quasi nicht existent. In Quezon-City würden sich 130 Menschen eine Toilette teilen, heißt es darin. Die unhygienischen Zustände würden Krankheiten Vorschub leisten, auch Gewaltausbrüche wegen der Enge seien keine Seltenheit und Folter sei an der Tagesordnung.

Simbulan nennt die Zustände in den Gefängnissen ein lange bestehendes Problem. Neben dem mangelnden Platz gebe es auch eine mangelnde Zahl von Richtern und Staatsanwälten, um die vielen Fälle zu bearbeiten.

Dass sich die Verhältnisse unter dem neuen Präsidenten Rodrigo Duterte ändern, glaubt er nicht. Das gewählte Staatsoberhaupt hatte bei seiner Amtseinführung einen harten Kurs gegen Kriminelle angekündigt, auf sein Geheiß wurden schon Hunderte mutmaßliche Täter gelyncht und exekutiert.

cnn



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Pfaffenwinkel 02.08.2016
1. Wer hier landet,
hat keine Hoffnung mehr. Es ist mir unbegreiflich, dass solche "Gefängnisse" in unserem Jahrtausend überhaupt noch möglich sind.
dieaxt 02.08.2016
2. Abscheulich und pervers
Diese Bilder schocken einfach nur. Die Zustände sind entwürdigend und absolut miserabel, da haben Hühner in deutschen Ställen bessere Bedingungen. Hier sollten westliche Politiker und Ngos nicht länger wegschauen und Druck auf die philippinische Regierung ausüben. Dass viele Menschen auch noch ohne Urteil in diesem Loch festsitzen, setzt dem ganzen die Krone auf.
KingTut 02.08.2016
3. Schrecklich
Es ist schrecklich, dass in einem christlichen Land, das erst kürzlich vom Papst besucht wurde, derartige Zustände möglich sind. Vermutlich ist das alles im Sinne seines Präsidenten, der dies, eingedenk seiner menschenverachtenden Rhetorik, wohl als eine gerechte Maßnahme zur Verbrechensbekämpfung ansieht. Was tut der Westen dagegen? Wir dürfen dazu nicht schweigen. Hoffentlich kommen auch klare Worte vom Papst.
eichenbohle 02.08.2016
4. Nicht nur Manila.
Die furchtbaren Zustände lassen sich nicht nach Ländern aufzählen. Ja, Philippinen, aber auch Thailand und Indien, Asien allgemein. Mexiko, Venezuela, Kolumbien, sprich Latainamerika. Afrika, Zustände wie Europa im Mittelalter, wenn nicht noch schlimmer. Selbst in einem US-Gefängnis möchte ich nicht sitzen, oder in Russland. Türkei? Schon wegen der unmenschlichen Zustände dort dürfen die nicht in die EU. Ok, kein Kriterium, wenn man nach Gefängnissen in Rumänien oder Spanien sieht. Und "Wohlfühlgefängnisse" gibt es wohl nur in West- und Nordeuropa - oder Monaco, oder San Marino. Spiegel TV https://www.youtube.com/watch?v=AwjeTiTdsF8 http://www.spiegel.de/video/hinter-gittern-das-schoene-leben-im-gefaengnis-von-monaco-video-1144750.html Aber auch sowas gibt es in philippinischen Gefängnissen: https://www.youtube.com/watch?v=mKtdTJP_GUI
mr_judge 02.08.2016
5. Keine Worte
Da fehlen einem die Worte, wenn man diese Bilder sieht. Unter einem Bild steht, dass die Menschen dort verrückt werden. Das ist ja schon allein bei einem Blick auf diese Bilder der Fall. Unvorstellbar.
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