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Küste vor Westafrika: Piraten greifen Hamburger Schiff an und nehmen Geiseln

Vier Besatzungsmitglieder eines Hamburger Containerschiffs sind Geiseln von Piraten. Ihr Schiff war vor der Küste Westafrikas überfallen worden, konnte aber weiterfahren. Die Reederei hatte bereits vor vier Jahren ein Schiff und seine Crew freikaufen müssen.

Hamburg - Piraten haben vor der westafrikanischen Küste ein Containerschiff einer Hamburger Reederei angegriffen. Dabei nahmen sie vier Crewmitglieder als Geiseln. Die Reederei Leonhardt & Blumberg bestätigte einen entsprechenden Bericht des NDR-Magazins "Panorama 3" auf ihrer Internetseite. Die als Geiseln genommenen Besatzungsmitglieder stammen demnach aus der Ukraine, Russland und Kiribati. Der Vorfall soll sich bereits am Montag 130 Meilen südwestlich von Äquatorialguineas Hauptstadt Malabo ereignet haben.

Von der weiteren Besatzung sei laut Reederei niemand verletzt worden. Das 175 Meter lange Schiff "Hansa Marburg", das unter liberianischer Flagge fährt, habe seine Fahrt in Richtung Senegal fortgesetzt. Die deutsche Polizei und weitere zuständige Behörden seien unterrichtet worden. Um die Entführten nicht zu gefährden, will die Reederei keine weiteren Details bekanntgeben.

Die "Hansa Marburg" ist nicht das erste Schiff von Leonhardt & Blumberg, das von Seeräubern überfallen worden ist. Im April 2009 war die "Hansa Stavanger" von somalischen Piraten gekapert worden. Erst vier Monate später kamen das Schiff und seine 24-köpfige Besatzung gegen ein Lösegeld von umgerechnet rund 2,1 Millionen Euro frei. Zu Beginn der damaligen Geiselnahme war eine geplante Befreiungsaktion durch die Elitetruppe GSG 9 kurzfristig abgebrochen worden.

Unterdessen appellierte der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) an den Bundestag, möglichst rasch den Einsatz privater Sicherheitsdienste auf Handelsschiffen zu erlauben. Das Bundeskabinett habe am Mittwoch zwei Verordnungen dazu gebilligt. "Die beschlossenen Regelungen unterstreichen die gewachsene Leistungsfähigkeit und Qualität der deutschen Sicherheitswirtschaft zur Sicherung der Handelsflotten auf den Weltmeeren beim Schutz vor Piratenangriffen", sagte BDSW-Hauptgeschäftsführer Harald Olschok. Das Sicherheitsgewerbe warte seit Monaten auf Rechtsklarheit.

Eine Zulassungspflicht für Sicherheitsunternehmen ab dem 1. Dezember 2013 habe der Gesetzgeber bereits beschlossen. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

max/dpa

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1. "Deutsches" Schiff gekapert
Pandora0611 25.04.2013
---Zitat--- Die als Geiseln genommenen Besatzungsmitglieder stammen demnach aus der Ukraine, Russland und Kiribati. Das 175 Meter lange Schiff "Hansa Marburg", das unter liberianischer Flagge fährt, habe seine Fahrt in Richtung Senegal fortgesetzt. ---Zitatende--- Hierbei handelt es sich ohne Zweifel um ein "Deutsches Schiff", welches unter "Deutscher Flagge" mit einer "Deutschen Mannschaft" fährt! Da muß der "Deutsche Steuerzahller" doch sofort bereit sein, Millionen an "Lösegeld" zu zahlen! Es geht doch um "Deutsche Arbeitsplätze".
2. ab Dez 2013kann das Spiel
ein-dummer-junge 26.04.2013
Schiffe versenken beginnen. Wo ist das Problem solche Leute im Meer zu versenken?
3. Liberianische Flagge
abu-l-banat 26.04.2013
Wie dem Text zu entnehmen ist, fährt das Schiff unter liberianischer Flagge. Wieso ist es da Aufgabe der Bundesregierung, sich im Krisenfall einzuschalten? Sollte sich die Reederei nicht eher an die Behörden in Monrovia wenden?
4.
bytemare 26.04.2013
Vielleicht sollte sich Leonhard und Blumberg an die Liberianische Polizei wenden, wenn das Schiff schon unter dieser Flagge fährt und nicht deutsche Steuergelder mit diesem Fall strapazieren. Wer das eine will, muss das andere mögen....
5. ....
jujo 26.04.2013
Zitat von sysopVier Besatzungsmitglieder eines Hamburger Containerschiffs sind Geiseln von Piraten. Ihr Schiff war vor der Küste Westafrikas überfallen worden, konnte aber weiterfahren. Die Reederei hatte bereits vor vier Jahren ein Schiff und seine Crew freikaufen müssen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/piraten-greifen-hamburger-schiff-an-und-nehmen-vier-geiseln-a-896631.html
Das Schiff fährt unter Liberia Flagge! Deutsche Behörden und schon gar nicht der Bundestag haben in dieser Fragen Einflussmöglichkeiten. Die Sicherheit der Besatzung und des Schiffes ist Angelegenhewit des/der Eigentümer und des Flaggenstaates. Sind keine Deutschen an Bord haben nur der Eigentümer, die Versicherer, der Flaggenstaat und die Herkunftsländer der Besatzung (eventuell) ein Problem!
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