Togo Räuberbande kapert griechischen Öltanker

Vor der togolesischen Küste haben Unbekannte einen Öltanker überfallen. Das Schiff transportiert unter griechischer Flagge rund 56.000 Tonnen Gasöl. Von dem Frachter fehlt seit dem Angriff jede Spur.


Lomé - Räuber haben an der togolesischen Küste einen Öltanker angegriffen, der unter griechischer Flagge fährt. Laut Armee des westafrikanischen Staats eröffneten Unbekannte das Feuer auf das vor Anker liegende Schiff und nahmen die 24-köpfige Besatzung als Geiseln. Der Überfall habe sich etwa 30 Kilometer vor der Küste Togos auf Höhe der Hauptstadt Lomé ereignet.

Die togolesische Marine wurde alarmiert, konnte die Entführer aber nicht stoppen. Ein Sprecher der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMB sagte, die Piraten hätten das eingreifende Marineschiff beschossen und seien dann geflüchtet. Er geht davon aus, dass die Angreifer zunächst die Ladung des Schiffs löschen und dann die entführten Besatzungsmitglieder wieder freilassen würden.

Das togolesische Ministerium für Sicherheit gab bekannt, dass die Angreifer nach der Attacke in Richtung Benin geflohen seien. Wo sich das Schiff genau befindet, konnte die Behörde nicht sagen. Togolesische Soldaten seien noch immer dabei, den genauen Aufenthaltsort des gekaperten Schiffs herauszufinden, sagte der Personalchef des Militärs, Atcha Titikpina. Die Betreiberfirma des Frachters Golden Energy Management bestätigte die Attacke. "Es war keine Piraterie, es war ein Raubüberfall", sagte ein Sprecher des Unternehmens in Athen. Auf dem Schiff befanden sich der Firma zufolge rund 56.000 Tonnen Gasöl.

Auf dem Golf von Guinea werden vor allem Güter wie Rohöl, Kakao und Metalle verschifft. Er erstreckt sich über mehr als ein Dutzend Länder, von Guinea im Nordwesten Afrikas vorbei an Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste bis nach Angola im Süden. Der UN-Sicherheitsrat warnt vor der zunehmenden Gefahr durch Piraten im Golf von Guinea. Nach Angaben der IMB gab es in diesem Jahr insgesamt acht Piratenattacken und versuchte Übergriffe.

fhu/Reuters/AP



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