Geiselnahme im Golf von Guinea Piraten überfallen Frachter einer Emder Reederei

Vor Nigeria ist ein Frachter einer deutschen Reederei von Piraten überfallen worden. Die Gangster nahmen fünf Seeleute als Geiseln und ließen die übrige Besatzung an Bord zurück.


Emden - Der Angriff ereignete sich rund hundert Meilen südwestlich von Bonnie Island vor Nigeria: Piraten haben ein deutsches Containerschiff im Golf von Guinea überfallen und fünf Seeleute als Geiseln genommen. Laut der Emder Reederei Sunship Schiffahrtskontor handelt es sich bei dem Frachter um die für 2500 Standardcontainer ausgelegte "City of Xiamen".

Unter den Geiseln sollen polnische und russische Seeleute sein. Über Verletzungen wurde nichts bekannt. Die an Bord zurückgebliebene Besatzung wolle einen sicheren Hafen ansteuern, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Die Reederei ist eigenen Angaben zufolge in Kontakt mit den Familien der Entführten und der Besatzung an Bord. Zudem seien Behörden informiert, auch die deutsche Polizei.

Sunship will "äußerste Anstrengungen" für die sichere Rückkehr der Seeleute unternehmen. Für das weitere Vorgehen sei aber größte Vertraulichkeit notwendig. Daher werde die Reederei bis zu einer Lösung des Falls keine weiteren Angaben machen. Über Lösegeldforderungen wurde nichts bekannt.

Erst vor wenigen Tagen war vor der westafrikanischen Küste ein Containerschiff einer Hamburger Reederei angegriffen worden. Dabei nahmen Piraten vier Seeleute als Geiseln.

wit/dpa



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Capt. 30.04.2013
1. Piraten
überfallen deutsches Schiff. Das Schiff fährt unter der Billigflagge Antigua & Barbuda. Ist also kein deutsches Schiff.
brox/walker 30.04.2013
2.
Zitat von Capt.überfallen deutsches Schiff. Das Schiff fährt unter der Billigflagge Antigua & Barbuda. Ist also kein deutsches Schiff.
Das Schiff hat weit überwiegend deutsche Eigentümer und wird von einer dt. Firma mit überwiegend dt. Mitarbeitern aus Deutschland bereedert die in Deutschalnd Steuern zahlen.
joachim_m. 30.04.2013
3. Kein deutsches Schiff
Zitat von brox/walkerDas Schiff hat weit überwiegend deutsche Eigentümer und wird von einer dt. Firma mit überwiegend dt. Mitarbeitern aus Deutschland bereedert die in Deutschalnd Steuern zahlen.
Egal, wir haben mit dem Schiff nichts zu tun. Wer meint, Steuern und anständige Heuer für die Besatzung nicht zahlen zu müssen, soll zusehen, wie ihm das Land hilft, unter dessen Flagge das Schiff läuft. Und ob da Mitarbeiter und Firmen aus Deutschland bereedern oder nicht, ist letztlich in Bezug auf das Schiff völlig egal: Wenn eine Firma Transportaufträge in Deutschland in größerem Umfang requirieren will, dann muss sie in Deutschland ein Büro haben, nicht weil es staatlich vorgeschrieben ist, sondern weil auch heute noch eine gewisse Marktnähe erforderlich ist, um im größeren Umfang Aufträge zu bekommen. Wenn die Reederei also im Flaggenland sitzen würde, müsste sie trotzdem irgendwie eine Vertretung in Deutschland haben, um an die Aufträge zu kommen. Und überhaupt, wieso schmeissen Sie sich so ins Zeug? Arbeiten Sie da oder gehört ihnen der Laden oder ein Teil des Schiffes etwa? Dann sollten Sie einmal über folgenden Satz nachdenken: Wer ausflaggt, um in Deutschland Steuern und Heuer zu sparen, kann nicht erwarten, dass Deutschland bei Problemen auf Kosten der deutschen Steuerzahler, und das sind in der ganz überwiegenden Anzahl deutsche Arbeitnehmer, auch nur einen Finger rührt. Nein, es ist kein deutsches Schiff, es ist trotzdem schlimm, was da passiert ist, aber trotzdem muss sich die Reederei an die Regierung von Antigua Barbuda wenden, die wird sicherlich alles tun, damit die Geiseln wieder freikommen. Und falls Antigua Barbuda Hilfe von anderen Ländern benötigt, ich habe nichts dagegen, wenn die deutsche Marine, natürlich gegen Vorkasse, insoweit der dortigen Regierung Amtshilfe leistet, schließlich ist Piratismus ein internationales Problem; aber nicht der konkrete Fall, sondern nur das Problem an sich und genau deshalb habe ich nichts gegen eine kostenpflichtige Amtshilfe im Einzelfall aber etwas gegen eine kostenlose für Länder, die durch billige Dumpingbedingungen schon deshalb die Steuerflüchtlinge anziehen; wir müssen diese Praxis nicht auch noch subventionieren, indem wir solche Länder von den Kosten für die Dingfestmachung der Täter und die Befreiung der Geiseln entlasten. Und falls Antigua Barbuda dann wieder die Reederei zur Kasse bittet: Die Reederei hat ja durch die Ausflaggung genung gespart, da kann sie das ja ohne weiteres bezahlen!
lensenpensen 30.04.2013
4. Und trotzdem ist es kein deutsches Schiff...
Zitat von brox/walkerDas Schiff hat weit überwiegend deutsche Eigentümer und wird von einer dt. Firma mit überwiegend dt. Mitarbeitern aus Deutschland bereedert die in Deutschalnd Steuern zahlen.
Laut Wikipedia gilt: Gemäß Art. 91 des Seerechtsübereinkommens besitzen Schiffe die Staatszugehörigkeit des Staates, dessen Flagge zu führen sie berechtigt sind. Das bedeutet, dass auf diesen Schiffen die Rechtsordnung des Flaggenstaates gilt. Sie unterstehen auf der Hohen See der ausschließlichen Hoheitsgewalt dieses Staates, bilden jedoch keinen Teil von dessen Staatsgebiet. Die Besatzung ist auch nicht deutsch, und es wird wohl auch nicht nach dem dt. Tarif bezahlt. Ja, die Reederei an sich mag in Dt. Steuern zahlen, aber zu einem echten Bekenntnis zum Land (Eintragung ins dt. Schiffsregister) scheint sie sich nicht durchringen zu können. Wohl auch aus Steuer(-vermeidungs)gründen. Somit kann sich bitte der Flaggenstaat um das Schiff kümmern...
marblau 14.05.2013
5. Habt ihr nichts besseres zu tun?
Es ist doch einerlei, welchem Staat das Schiff zugeordnet werden kann. Piraten!
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