Minutenprotokoll Verdächtiger will sich angeblich am späten Abend ergeben

Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse ist schwer bewaffnet, seit Stunden verschanzt er sich in seiner Wohnung. Der Mann kündigte erneut an, sich zu stellen - doch dieses Wort hat er schon zuvor gebrochen. Lesen Sie die Ereignisse des Tages im Liveticker nach.

Einsatzkräfte in Toulouse: Stundenlanger Nervenkrieg
AP

Einsatzkräfte in Toulouse: Stundenlanger Nervenkrieg


Toulouse - Seit Stunden hat sich der mutmaßliche Attentäter von Toulouse in seiner Wohnung verschanzt. Die Polizei belagert sein Haus in dem ruhigen Viertel Cotê Pavée in der Nähe des Bahnhofs. Eine Zusammenfassung der Lage finden Sie hier.

Die jüngsten Entwicklungen im Liveticker:

+++ Polizei hält Kontakt mit Merah +++

[19.20 Uhr] Laut Staatsanwaltschaft steht ein Elitepolizist in Kontakt mit Mohammed Merah. Der mutmaßliche Serien-Attentäter zeige den Angaben zufolge "keinerlei Reue". Vielmehr bedauere er, dass er nicht noch mehr Menschen habe töten können. Seine Attentate glorifiziere er mit den Worten, er habe "Frankreich in die Knie gezwungen". Der algerischstämmige Mann hatte am Morgen behauptet, er gehöre dem islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida an.

+++ Mutmaßlicher Attentäter ohne Märtyrer-Absichten +++

[18.51 Uhr] Der mutmaßliche Serien-Attentäter, der sich seit mehr als 15 Stunden in einem Haus verschanzt, plant offenbar keine Selbstmord-Aktion. Mohammed Merah habe gesagt, "dass er keine Märtyrer-Seele hat, er zieht es vor zu töten und selbst am Leben zu bleiben", sagte der Staatsanwalt von Paris, François Molins, am Abend.

+++ Merah kündigt erneut Aufgabe an +++

[17.40 Uhr] Hält er diesmal Wort? Laut der Staatsanwaltschaft hat der mutmaßliche Attentäter von Toulouse gesagt, er werde sich am späten Abend ergeben. Seine Aufgabe hatte Mohammed Merah zuvor bereits für den Nachmittag angekündigt - und sich dann doch nicht gestellt. Die Belagerung im Wohnviertel hält an.

+++ Bruder des Verdächtigen soll in Netzwerk aktiv gewesen sein +++

[17.07 Uhr] Der Bruder des mutmaßlichen Attentäters war offenbar in ein Netzwerk involviert, das Kämpfer für den Widerstand im Irak rekrutiert hat - das sagte Staatsanwalt François Molins. Der Bruder wurde in den frühen Morgenstunden festgenommen. Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse verbarrikadiert sich noch immer schwer bewaffnet in seiner Wohnung, mehr als 13 Stunden nach dem versuchten Zugriff der Spezialeinheit RAID. Die Verhandlungen in dem Wohngebiet dauern an.

+++ Verdächtiger wollte angeblich auch Polizisten töten+++

[16.47 Uhr] Auf einer Pressekonferenz teilten die Ermittler mit, dass der mutmaßliche Attentäter in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion trainiert haben soll. Laut Staatsanwaltschaft gab der Verdächtige zudem an, er habe am Mittwoch einen weiteren Soldaten töten wollen. Der Mann habe außerdem Polizisten erschießen wollen, die er bereits "identifiziert" habe, sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins. Ein Renault Clio werde noch gesucht, der wahrscheinlich Waffen und Sprengstoff enthalte. Ein Motorroller sei ebenso wie eine Kamera gefunden worden.

+++ Trauerfeier in Montauban +++

Präsident Sarkozy: "Terroristische Exekution"
AFP

Präsident Sarkozy: "Terroristische Exekution"

[16.15 Uhr] Nicolas Sarkozy hat den Mord an drei französischen Soldaten als "terroristische Exekution" bezeichnet. Die Militärs wurden getötet, weil sie der französischen Armee angehörten, sagte der Präsident bei einer Trauerfeier in einer Kaserne in Montauban.

In einem Geschäftsviertel in der südwestfranzösischen Stadt hatte der Täter zwei Fallschirmjäger erschossen. Das erste Opfer aus Toulouse war ebenfalls ein Soldat.

Der Täter habe die französische Armee im Visier gehabt, aber die Nation getroffen, so Sarkozy. Die Aufgabe von Soldaten sei der Schutz der Bevölkerung. Einem Soldaten sei der Sinn des Wortes Opfer, des Wortes Pflicht und auch des Wortes Tod bekannt. An der Zeremonie nahmen zahlreiche Spitzenpolitiker teil, darunter der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande.

+++ Verdächtiger soll weitere Tat geplant haben +++

[16.02 Uhr] Der mutmaßliche Serienmörder plante offenbar einen weiteren Anschlag für diesen Mittwoch - das teilte Nicole Yardeni vom jüdischen Zentralrat Frankreichs mit. Präsident Sarkozy habe ihr davon berichtet, sagte Yardeni dem Nachrichtensender BFM. Das geplante Ziel hätte starke Symbolkraft gehabt, Sarkozy habe es aber nicht genauer beschrieben.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Ermittler, bei dem Ziel habe es sich erneut um einen Soldaten gehandelt.

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Toulouse: Ausnahmezustand im Wohnviertel
+++ Palästinenser-Premier verurteilt Taten +++

[15.50 Uhr] Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hat sich gegen den Missbrauch der Anliegen seines Volkes durch Terroristen verwahrt. "Es ist höchste Zeit, dass solche Kriminellen aufhören zu behaupten, sie verübten ihre Terrorakte zur Unterstützung palästinensischer Kinder", heißt es in einer schriftlichen Erklärung Fajads, die in Ramallah im Westjordanland verbreitet wurde.

Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse hatte gesagt, er wolle den Tod palästinensischer Kinder rächen. "Unser Volk und unsere Kinder verurteilen diesen kriminellen Terrorismus auf das Schärfste", so Fajad.

+++ Sarkozy in Toulouse +++

[15.30 Uhr] Laut "Figaro" ist auch Nicolas Sarkozy nach Toulouse gekommen. Der Präsident besuchte demnach eine Kaserne unweit des Einsatzortes und sprach dort mit den Leitern der Aktion. Sarkozy gab keine neuen Statements ab. Am Vormittag hatte er gesagt, der Terror könne die französische Gesellschaft nicht zerstören. "Wir müssen jetzt zusammenstehen, die nationale Einheit bewahren. Das schulden wir unserem Land."

+++ Anwohner beschreibt Verdächtigen als unauffälligen Nachbar +++

[15.21 Uhr] Mohammed Merah lebte zuletzt völlig unauffällig in dem fünfstöckigen Haus, in dem er sich nun vor der Polizei verschanzt hat. So beschrieb ein Nachbar den mutmaßlichen Attentäter von Toulouse gegenüber TV-Journalisten. "Er war sehr diskret", sagte der Mann.

+++ Sprengstoff im Auto von Mohammed Merahs Bruder gefunden +++

[15.07 Uhr] Die französische Polizei hat Sprengstoff in einem Auto gefunden, das dem Bruder des mutmaßlichen Attentäters von Toulouse gehört. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP und die Zeitung "Figaro" unter Berufung auf Polizeikreise in Toulouse. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor waren der Bruder, dessen Freundin und die Mutter des Verdächtigen in Polizeigewahrsam genommen worden.

+++ Attentäter soll sich zweimal bei Armee beworben haben +++

[14.50 Uhr] Mohammed Merah hat in den vergangenen Jahren offenbar zweimal versucht, der französischen Armee beizutreten. Im Januar 2008 habe er sich in Lille um seine Aufnahme bei den Bodentruppen beworben, sagte Oberst Bruno Lafitte. Die Überprüfung der Vorstrafen habe jedoch eine Ablehnung zur Folge gehabt. 2010 soll Merah es dann bei der Fremdenlegion in Toulouse versucht haben. Dort habe er aber letztlich nicht an den Auswahltests teilgenommen.

+++ Bericht über vermeintliche Festnahme bestätigt sich nicht +++

[14.45 Uhr] Der französische TV-Sender BFM und das Magazin "Le Point" hatten die Festnahme des Verdächtigen gemeldet. Doch die Berichte waren offenbar voreilig, der Innenminister dementiert die Festnahme.

+++ Polizei bereitet sich auf Erstürmung von Wohnung vor +++

[14.12 Uhr] Die französische Polizei bereitet sich offenbar darauf vor, die Wohnung von Mohammed Merah zu stürmen, wenn er sich nicht ergibt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press. Ein Sprecher der Polizei sagte, der 24-Jährige habe versprochen, sich bis 14.30 Uhr zu stellen. Dem Sprecher zufolge will die Polizei Merah ansonsten mit Gewalt in Gewahrsam bringen.

+++ Präsidentschaftskandidaten fliegen nach Toulouse +++

[13.40 Uhr] Die Trauer um die Opfer der Anschläge von Toulouse lässt die Kandidaten im französischen Präsidentschaftswahlkampf zusammenrücken. Sozialist François Hollande bestieg am Mittwochmittag zusammen mit der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen, der Grünen-Politikerin Eva Joly und dem Bewerber der Splitterpartei DLR, Nicolas Dupont-Aignan, ein Flugzeug. Die Maschine sollte die Politiker nach Toulouse bringen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Präsident Nicolas Sarkozy hatte nach dem Angriff vor einer jüdischen Schule am Montag eine zweitägige Wahlkampfpause verkündet.

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Seite 1
braintainment 21.03.2012
1. Dr.
"Der französische Inlandsgeheimdienst DCRI hat den mutmaßlichen Serien-Attentäter von Toulouse jahrelang beobachtet. Dabei sei aber nie ein Anzeichen dafür entdeckt worden, dass der Mann ein Verbrechen planen könnte, sagte Innenminister Claude Guéant." Ja, schau mal einer an - hat die ganze Bespitzelei nichts gebracht? Das schreit doch förmlich nach einer Verschärfung des Überwachungsstaates. Prima, da haben unsere CDUler und sonstige Sympathisanten des Überwachungsstaates wieder neue Argumente - keiner fragt jedoch nach den Ursachen für solche Durchknaller!
muellwagen 21.03.2012
2. Spanner
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEEr tauschte einen Colt gegen ein Telefon - doch nun herrscht Funkstille: Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse, der sich in seiner Wohnung verschanzt, spricht nicht mehr mit der Polizei. Laut Präsident Sarkozy ist der Verdächtige inzwischen identifiziert. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. Minutenprotokoll: Verdächtiger will sich angeblich am späten Abend ergeben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,822749,00.html)
Es ist zwar toll, dass man im Netz alles innerhalb von Sekunden erfahren kann. Ich nutze das selbst auch ausgiebig. Aber beschweren sich nicht alle immer über Reality-TV? Einen LiveTicker um dem Typen noch eine Plattform mehr zu geben? Da bleib ich doch lieber auf der Autobahn stehen und gaffe ein wenig. Man muss nicht jede Explosion und jedes Blutbad verfolgen können um zu verstehen, dass das ganz unterstes RTL2 Niveau ist.
Dirk Ahlbrecht 21.03.2012
3. ...
Zitat von braintainment"Der französische Inlandsgeheimdienst DCRI hat den mutmaßlichen Serien-Attentäter von Toulouse jahrelang beobachtet. Dabei sei aber nie ein Anzeichen dafür entdeckt worden, dass der Mann ein Verbrechen planen könnte, sagte Innenminister Claude Guéant." Ja, schau mal einer an - hat die ganze Bespitzelei nichts gebracht? Das schreit doch förmlich nach einer Verschärfung des Überwachungsstaates. Prima, da haben unsere CDUler und sonstige Sympathisanten des Überwachungsstaates wieder neue Argumente - keiner fragt jedoch nach den Ursachen für solche Durchknaller!
Es fragt deshalb keiner danach, braintrainment, weil die "Ursachen" in einem solchen Fall keine Rolle spielen - bzw. keine Rolle spielen können. Für Mord gibt es keine Rechtfertigung. Die Frage nach Ursachen hält solche Mörder von ihren Taten nicht ab - die Frage danach billigt diesen Leuten lediglich eine Legitimität für ihre Taten zu, die diesen nicht zusteht.
kostuek 21.03.2012
4.
Zitat von braintainment"Der französische Inlandsgeheimdienst DCRI hat den mutmaßlichen Serien-Attentäter von Toulouse jahrelang beobachtet. Dabei sei aber nie ein Anzeichen dafür entdeckt worden, dass der Mann ein Verbrechen planen könnte, sagte Innenminister Claude Guéant." Ja, schau mal einer an - hat die ganze Bespitzelei nichts gebracht? Das schreit doch förmlich nach einer Verschärfung des Überwachungsstaates. Prima, da haben unsere CDUler und sonstige Sympathisanten des Überwachungsstaates wieder neue Argumente - keiner fragt jedoch nach den Ursachen für solche Durchknaller!
Was kann es bitte für Ursachen dafür geben, in eine Schule zu gehen und Kinder zu erschießen? Sollen wir jetzt vielleicht Verständnis für den Täter entwickeln? Oder was wollten Sie uns mit diesem Kommentar sagen? Ganz ehrlich - die Ursachen inerressieren mich einen feuchten Kehricht. Einsperren, und zwar für immer.
HaioForler 21.03.2012
5.
Zitat von kostuekWas kann es bitte für Ursachen dafür geben, in eine Schule zu gehen und Kinder zu erschießen? Sollen wir jetzt vielleicht Verständnis für den Täter entwickeln? Oder was wollten Sie uns mit diesem Kommentar sagen? Ganz ehrlich - die Ursachen inerressieren mich einen feuchten Kehricht. Einsperren, und zwar für immer.
Richtig. Das wird sich aber in ein paar Stunden erledigt haben. Ich geh davon aus, dass er sich umbringen wird.
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