Toulouse Polizei rückt ins Haus des Attentäters vor

Die französische Polizei ist in das Haus vorgerückt, in dem sich der mutmaßliche Attentäter Mohammed Merah verschanzt hat. Es sind Schüsse und Explosionen zu hören.

Mitglieder des Sondereinsatzkommandos RAID: Erstürmung hat begonnen
AFP

Mitglieder des Sondereinsatzkommandos RAID: Erstürmung hat begonnen


Toulouse - Polizisten des Sonderkommandos RAID haben das Haus des mutmaßlichen Serientäters Mohammed Merah betreten. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Die Einsatzkräfte bewegten sich ganz langsam, weil die Wohnung vermint sein könnte, hieß es. Zunächst habe es kein Lebenszeichen von dem 23-Jährigen gegeben.

Ob der mutmaßliche Serienattentäter noch am Leben ist, ist unklar. Er "hoffe", dass der 23-Jährige noch lebe, sagte Innenminister Claude Guéant dem Radiosender RTL.

Seit der Nacht hatte es keinen Kontakt mehr zu dem Mann gegeben, der sich seit mehr als 30 Stunden in seiner Wohnung verschanzt hat. Auf die Explosionen in der Nacht hatte der algerischstämmige Franzose keine Reaktion gezeigt.

Der Mann habe angekündigt, "mit Waffen in der Hand" sterben zu wollen, sagte Guéant weiter. In der Nacht seien zwei Schüsse vernommen worden, ohne dass klar war, woher sie kamen. Auch Journalisten bestätigten Schüsse gegen 2 Uhr nachts. "Alle Hypothesen sind möglich", ergänzte der Innenminister.

Hunderte schwer bewaffnete Polizisten hatten das Haus, in dem sich der Attentäter von Toulouse verschanzt hält, die ganze Zeit belagert. Gas und Strom hatten sie gekappt.

Die Elitepolizisten hatten am Mittwoch mehrere Male vergeblich versucht, in Merahs Wohnung in einem Mehrfamilienhaus einzudringen. Jedes Mal drängte er sie mit Schüssen aus schweren Waffen zurück. Ein Beamter erlitt einen Knieschuss, einen zweiten getroffenen Polizisten bewahrte seine schusssichere Weste vor schweren Verletzungen. Im Tagesverlauf brachte die Polizei alle anderen Hausbewohner in Sicherheit, nachdem sie zuvor auf eine Evakuierung zunächst verzichtet hatte. Das umstellte Gebäude befindet sich in einem ruhigen Wohnviertel der südfranzösischen Stadt.

jbr/AFP

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
vostei 22.03.2012
1. Bislang
Bisher war ich der Meinung, dass mit Bedacht und Vorsicht vorgegangen wird und mit Geduld. Im Moment klingt es wie im Krieg - heftiger Schusswechsel - und - die Journalientruppen stehen 60 m daneben - was für ein Bullshit. Er soll jetzt tot sein, womit die Taktik 100 Prozent in die Hosen gegangen ist. Die Infos, wie er zu dem wurde, was er zuletzt war, können jetzt nur noch herbeispekuliert werden. Suizided By Cops ist normalerweise ein nogo.
J4cky 22.03.2012
2. ...
Zitat von vosteiBisher war ich der Meinung, dass mit Bedacht und Vorsicht vorgegangen wird und mit Geduld. Im Moment klingt es wie im Krieg - heftiger Schusswechsel - und - die Journalientruppen stehen 60 m daneben - was für ein Bullshit. Er soll jetzt tot sein, womit die Taktik 100 Prozent in die Hosen gegangen ist. Die Infos, wie er zu dem wurde, was er zuletzt war, können jetzt nur noch herbeispekuliert werden. Suizided By Cops ist normalerweise ein nogo.
Ich bin der Meinung, dass nicht jeder Täter lebend gefasst werden kann. Insbesondere dieser Täter hatte die Motivation im Kampf zu sterben, was ganz im Sinn seiner Ausbildung ist. Es gibt auch kein anderes anzustrebendes Ende für diese Leute. Von daher sollte die Taktik der Zermürbung auch nur als Taktik gesehen werden. Ob der Täter dann mitspielt ist eine andere Frage. Ansonsten wird kaum Spekulation benötigt, weshalb er so wurde. Der Geheimdienst wusste, dass diese Person in Afghanistan und Pakistan war um entsprechende Ausbildungslager zu besuchen. Mir ist allerdings immer noch ein Rätsel, weshalb es noch kein dauerhaftes Wiedereinreiseverbot für diese Personen gibt. So etwas wird dringend notwendig.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.