Aachen Polizeianwärter soll Kollegin rassistisch angefeindet haben

Ein angehender Polizist soll während seiner Ausbildung in Aachen eine Kollegin mehrfach rassistisch beleidigt haben. Nun ist der Mann suspendiert worden. Doch damit scheint das Problem noch nicht gelöst.

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach: "Wir dulden kein menschenverachtendes Verhalten"
DPA

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach: "Wir dulden kein menschenverachtendes Verhalten"


Aachen - Er soll seine Kollegin mit fremdenfeindlichen Äußerungen beschimpft, sie in sozialen Netzwerken gemobbt und ein Hakenkreuz in ihren Textmarker geritzt haben: In Aachen ist ein Polizeianwärter wegen rassistischer Handlungen vom Dienst suspendiert worden. "Wir dulden kein menschenverachtendes Verhalten in der Polizei", sagte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach. Er bedauere sehr, dass die Polizeianwärterin während ihrer Ausbildung derartigen Anfeindungen ausgesetzt gewesen sei.

Der Beschuldigte und das mutmaßliche Opfer hatten denselben Studienkurs an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen besucht. Ein aufmerksamer Kommilitone bemerkte den Angaben zufolge die rassistischen Anfeindungen und zeigte seinen Kollegen an. "Das ist ein vorbildliches Verhalten und genau das, was ich von einem Polizeibeamten erwarte", so der Polizeipräsident.

Inzwischen richtet sich der Verdacht auch gegen weitere Kursteilnehmer, ihre Suspendierung oder Versetzung wird nach offiziellen Angaben geprüft. Den angehenden Ordnungshütern wird vorgeworfen, Fotos und Texte mit menschenverachtenden, fremdenfeindlichen und rechtsextremistischen Inhalten in sozialen Netzwerken gepostet zu haben. "Dies begründet Zweifel an der charakterlichen Eignung einiger Polizeianwärter", sagte Weinspach.

jbe

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