Polizeiliche Kriminalstatistik So gefährlich ist es in Ihrer Region

In Deutschland gibt es mehr Gewalt und weniger Einbrüche als im vorigen Jahr. Das geht aus der neuen Kriminalstatistik hervor. Wie ist die Lage in Ihrer Region? Diese Karte zeigt es.

Kriminalitätsstatistik
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Es ist ein Werk, das es in sich hat: Knapp 150 Seiten umfasst die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorgestellt hat. Kolonnen von Zahlen sollen erklären, wie es 2016 um die innere Sicherheit bestellt war, wie kriminell es zuging im Land.

Die PKS-Ergebnisse bergen alljährlich Zündstoff - und dienen, je nach politischer Couleur, gern als Basis für Reformvorstöße. Als etwa die Einbruchszahlen jahrelang stiegen, ging es um Anreize für Hausbesitzer, Türen und Fenster besser zu verriegeln. Und darum, wie die Polizei ausländischen Einbrecherbanden besser begegnen könne.

Nun gab es erstmals seit Jahren bei Einbrüchen einen deutlichen Rückgang. Ein großes Thema sind Gewalttaten. Die Zahl der registrierten Delikte - unter anderem Mord, Raub, Körperverletzung - stieg um 6,7 Prozent auf mehr als 193.000.

Doch wie verhält es sich in den einzelnen Regionen? SPIEGEL ONLINE hat die PKS-Daten in einer Karte aufbereitet - und zeigt die Statistik aufgefächert für sämtliche Städte und Landkreise. Fahren Sie mit der Maus über die Karte, um zu sehen, wie hoch die Kriminalität bei Ihnen ist.



Die PKS ist nicht unumstritten. Die Aussagefähigkeit ist auch deshalb oft nur begrenzt, weil solche Taten und Tatverdächtige verstärkt abgebildet werden, um die sich die Polizei gerade besonders kümmert.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr bei Zuwanderern. Darunter verstehen die Autoren Asylbewerber, Geduldete und Bürgerkriegsflüchtlinge. Auch ausländische Profieinbrecher können in die Rubrik geraten, wenn sie nur kurz nach Deutschland kommen und pro forma einen Asylantrag stellen.

Die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer ist insgesamt um 52,7 Prozent auf gut 174.000 gestiegen. Minister de Maizière sprach von einer unerfreulichen Entwicklung. "Da ist nichts zu beschönigen."

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Bei den Verdächtigen handele es sich oft um junge Männer, die generell häufiger Gewalttaten begehen. Oft seien es Mehrfachtäter. Das Gros der Flüchtlinge sei hingegen unbescholten. "Die wirklich Schutzbedürftigen", wie etwa Syrer, seien unter den Straffälligen unterrepräsentiert, so de Maizière.

Forscher bestätigten de Maizières Befund. "Junge Männer begehen eher Straftaten als ältere Frauen, das ist überall so", sagte Dominic Kudlacek vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Es sei wichtig, auf Normverstöße konsequent zu reagieren.

Die Union im Bundestag beklagte regionale Unterschiede bei den Straftaten. "Es gibt leider inzwischen Zonen unterschiedlicher Sicherheit in unserem Land", sagte Fraktionsvize Stephan Harbarth. Die gefährlichste Stadt ist Berlin: Hier gibt es pro 100.000 Einwohnern mehr als 16.000 Straftaten.

Im Video: Zahl der politischen Straftaten auf Höchststand

sms/dpa/AFP

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