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Polizeistatistik: Kriminalität in Deutschland geht zurück

Erstmals seit neun Jahren ist in Deutschland 2008 die Gewaltkriminalität zurückgegangen, auch die Gesamtzahl der registrierten Straftaten sinkt. Das sind die positiven Aspekte der Kriminalstatistik. Aber: Übergriffe auf offener Straße nehmen zu.

Berlin - Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent auf rund 6,1 Millionen Fälle gesunken, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht, die Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am Montag in Berlin vorstellte. "Das beweist und unterstreicht, Deutschland ist ein sicheres Land", sagte der CDU-Politiker. "Wir schreiben eine insgesamt positive Tendenz fort." Knapp 55 Prozent aller registrierten Straftaten wurden aufgeklärt, fast so viele wie 2007.

Kriminalität: Straftaten in Deutschland gehen zurück
DPA

Kriminalität: Straftaten in Deutschland gehen zurück

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) wies allerdings darauf hin, dass das Gesamtniveau weiterhin hoch sei und leichte Rückgänge noch keine Trendwende bedeuteten. Vor allem in den Städten mit Problemvierteln gebe es "Licht und Schatten", betonte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz.

Positiv: Erstmals seit 1999 hat die Polizei im vergangenen Jahr weniger Gewaltdelikte in Deutschland registriert. 2008 wurden 220.000 Gewaltstraftaten gezählt, 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus der neuen Kriminalstatistik hervorgeht.

Als besonders erfreulich bezeichnete Schäuble den Rückgang der Gewalttaten, die von jungen Leuten im Alter von 14 bis 18 Jahren verübt wurden. Bei den Jugendlichen gab es bei Gewaltdelikten einen Rückgang um 5,9 Prozent, nach einem deutlichen Anstieg im Vorjahr.

Über alle Deliktarten hinweg weist die Jugendkriminalität der Statistik zufolge ein Minus von 4,2 Prozent auf. Die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen sank auf 265.771, die Zahl der tatverdächtigen Kinder lediglich um 0,6 Prozent auf 101.389. Die meisten von ihnen wurden beim Ladendiebstahl erwischt.

Schäuble wertete den Rückgang der Jugendgewalt als Bestätigung für die Präventionsarbeit, die in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt worden sei. "Der Rückgang der Fallzahlen gibt Hoffnung auf eine Trendwende", sagte der Bundesinnenminister. Trotzdem mache ihm die anhaltende Gewaltbereitschaft vor allem unter Kindern und Jugendlichen große Sorge. Für Entwarnung sei es noch zu früh.

Mehr Gewalt auf offener Straße

Negativ verlief hingegen die Entwicklung von Gewalt auf deutschen Straßen: So weist die Kriminalstatistik 72.904 Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzungen im öffentlichen Raum aus, ein Zuwachs von 9,1 Prozent im Vergleich zu 2007. Zugleich stieg auch die Gewalt gegen Polizisten. Mit 28.272 Delikten wurde ein neuer Höchststand erreicht. Bei jeder dritten aufgeklärten Gewalttat wie Mord, Totschlag, Raub oder gravierenden Körperverletzungen war Alkohol im Spiel.

Die Stadt mit der höchsten Kriminalität in Deutschland ist Frankfurt am Main. Mit 15.976 Straftaten pro 100.000 Einwohnern lag die hessische Metropole im vergangenen Jahr erneut an der Spitze der Polizeilichen Kriminalstatistik. Allerdings fließen in diese Statistik auch alle Fälle am Frankfurter Flughafen ein wie etwa Drogenschmuggel oder illegale Einreise.

Die schlechteste Aufklärungsquote habe Münster aufzuweisen, sagte Mäurer. Aufgrund der vielen Fahrradfahrer gebe es in der westfälischen Stadt allerdings eine hohe Zahl an gestohlenen Rädern.

siu/dpa/AP

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