Urteil in Düsseldorf Polizist als Mädchen bezeichnet - 200 Euro Geldstrafe

In Düsseldorf ist eine Frau zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie einen Polizisten beleidigt haben soll. Im Gerichtssaal ging es offenbar hoch her - vor allem bei der Zeugenaussage ihres Ehemannes.


Das Gericht sah den Tatbestand der Beleidigung erfüllt: Weil sie einen Polizisten als Mädchen bezeichnet hat, ist eine 56-Jährige in Düsseldorf zu 200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Sie war als Beifahrerin ihres Mannes mit dem Auto in eine Verkehrskontrolle geraten. Ein Polizist beschwerte sich, dass ihr Mann so spät und scharf gebremst habe. Daraufhin soll die Frau "Du Mädchen!" aus dem Auto gerufen haben.

Vor dem Amtsgericht sagte die bis dahin unbescholtene Frau, der Beamte müsse sich verhört haben. Sie habe "'n Märchen" gesagt. Doch drei Polizisten bezeugten, laut und deutlich "du Mädchen" verstanden zu haben.

Die Stimmung im Gerichtssaal drohte zu kippen, als ihr Ehemann im Zeugenstand sagte: "Sie würde so was nie zu einem Bullen sagen."

Obwohl der Begriff Mädchen an sich nicht beleidigend sei, könne er beleidigend wirken, wenn er darauf abziele, jemanden in seiner Ehre herabzusetzen, sagte ein Gerichtssprecher zu dem Urteil (Az.: 122 Cs 588/14).

wit/dpa

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