Polizistenmord in Augsburg: Ermittler finden zweites Waffenlager

20 Waffen haben die Ermittler bereits bei dem verdächtigen Brüderpaar im Fall des Augsburger Polizistenmordes gefunden. Nun wurden laut einem Zeitungsbericht weitere Pistolen und Gewehre in einem Versteck des Duos entdeckt.

Augsburg - Bei ihren Ermittlungen zum Augsburger Polizistenmord hat die Polizei offenbar ein weiteres Arsenal entdeckt. Laut "Süddeutscher Zeitung" fanden sich in dem Waffenlager der beiden tatverdächtigen Brüder etwa 20 Pistolen und Gewehre.

Möglicherweise sind unter den beschlagnahmten Gegenständen die Tatwaffen und die gesuchte Tasche mit der DNA des getöteten Beamten. In einem Versteck der beiden Verdächtigen waren unter anderem Waffen entdeckt worden, deren Kaliber zu den Hülsen und Geschossen passe, die am Tatort gefunden worden seien, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ob es sich bei den Waffen um eine der Tatwaffen handelt, werde derzeit untersucht.

In einem anderen Haus, das ebenfalls als Waffendepot diente, wurde eine Tasche gefunden, die die Täter vermutlich bei der Tat dabei hatten. An der Tasche wurden Blutspuren festgestellt, die vom ermordeten Polizeibeamten Mathias V. stammen.

Bereits bei der Festnahme des Duos in der vergangenen Woche hatte die Polizei etwa 20 Waffen sowie rund 2000 Schuss Munition sichergestellt. Die 56 und 58 Jahre alten Brüder sollen in der Nacht zum 28. Oktober in Augsburg den 41-jährigen Polizisten erschossen haben. Bisher schweigen sie zu dem Tatvorwurf.

Der jüngere Bruder war bereits wegen eines Polizistenmordes aus dem Jahr 1975 zu lebenslanger Haft verurteilt und nach 19 Jahren entlassen worden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, war der Mann während seiner Haftzeit im Jahr 1990 maßgeblich an einer Gefängnisrevolte in Straubing beteiligt.

Bei dem Aufstand sei er mit anderen Häftlingen auf das Dach der Anstalt geklettert, bis sie von Polizeibeamten gewaltsam heruntergeholt wurden. Dabei kam es zu Rangeleien. Die Staatsanwaltschaft Regensburg erhob deshalb Anklage wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Das Verfahren wurde eingestellt, weil die zu erwartende neue Strafe gegenüber der bereits verhängten lebenslangen Haft kaum ins Gewicht gefallen wäre. Vier Jahre später wurde die restliche Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt.

hut/ulz/dpa

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