Polizistenmord in Augsburg: Tochter des Hauptverdächtigen festgenommen

Im Fall des Augsburger Polizistenmordes ist nun auch die Tochter von einem der beiden mutmaßlichen Mörder festgenommen worden. Bei ihr waren zuvor mehrere Waffen gefunden worden. Zudem deutet ein Revolver daraufhin, dass die Männer an einem Überfall aus dem Jahr 2004 beteiligt waren.

Augsburg - Die mutmaßlichen Mörder des Augsburger Polizisten sind möglicherweise auch in einen Überfall auf ein Geldtransportunternehmen verwickelt. Ein in ihrem Waffenlager gefundener Revolver konnte nun zweifelsfrei dieser Straftat aus dem Jahr 2004 zugeordnet werden, wie die Staatsanwaltschaft Augsburg am Mittwoch mitteilte. Zudem wurde bereits am Montag die Tochter des mutmaßlichen Haupttäters Rudi M. festgenommen.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde eine weibliche Person wegen des dringenden Tatverdachts eines Vergehens gegen das Waffengesetz beziehungsweise eines Verbrechens nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz festgenommen. Sie befindet sich seither in Untersuchungshaft in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt. Zwar wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen, dass es sich dabei um die Tochter des mutmaßlichen Haupttäters handelt, allerdings bestätigte das ein Polizeisprecher.

Die Tochter schweigt zu den Vorwürfen

Bei der Tochter wurden bereits im Januar bei einer Durchsuchung drei funktionsfähige Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow samt diverser Magazine und umfangreicher Munition, acht Handgranaten, eine Maschinenpistole und fünf scharfe Kurzwaffen sichergestellt. Der mutmaßliche Mörder Rudi M. und dessen ebenfalls unter Mordverdacht stehender Bruder hatten die Waffen dort offenbar versteckt. Unklar ist offenbar, ob die Tochter davon wusste. Sie schweigt laut Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen.

Nun kam heraus, dass ein bei ihr gefundener Revolver aus einem Überfall auf ein Werttransportunternehmen in Augsburg im Jahr 2004 stammt. Dabei hätten mehrere Täter einen größeren Geldbetrag und eben jenen Revolver erbeutet, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen hierzu dauerten noch an. So muss noch geklärt werden, ob die Augsburger Polizistenmörder in den Überfall verwickelt waren, oder später an die Waffe gelangt sind.

Die beiden verdächtigen Brüder, die Ende vergangenen Jahres festgenommen wurden, sollen in der Nacht zum 28. Oktober 2011 im Augsburger Siebentischwald einen 41-jährigen Polizisten erschossen haben, der sie kontrollieren wollte. Rudi M. saß bereits einmal wegen Mordes an einem Polizisten für mehr als 19 Jahre im Gefängnis.

bim/dapd

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