Polizistenmord in Augsburg: Brüder schweigen vor Gericht

Angeklagte in Augsburg: Sie sollen den Polizisten Mathias V. erschossen haben Zur Großansicht
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Angeklagte in Augsburg: Sie sollen den Polizisten Mathias V. erschossen haben

Die Angeklagten kamen in Fußfesseln: In Augsburg hat unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen die mutmaßlichen Polizistenmörder Raimund M. und Rudolf R. begonnen. Die Männer gelten als hochgefährlich.

Augsburg - Wegen Mordes an einem Polizisten müssen sich zwei als extrem gefährlich eingestufte Brüder in Augsburg vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen Raimund M., 59, und Rudolf R., 57, hat nun unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Zu den Vorwürfen äußerten sich die Angeklagten nicht.

Die Brüder sollen im Oktober 2011 den 41 Jahre alten Beamten Mathias V. kurz vor einem geplanten Raubüberfall kaltblütig erschossen und ebenso auf dessen Kollegin gefeuert haben. Außerdem werden den Männern mehrere Überfälle und Waffendelikte vorgeworfen.

Die Strafkammer des Augsburger Landgerichts ordnete zu Beginn des Verfahrens an, dass die Brüder wegen der vermuteten Gefährlichkeit während des Prozesses dauerhaft Fußfesseln tragen müssen. Alle Zuschauer wurden vor Betreten des Saals penibel durchsucht. Sieben Polizisten bewachten die beiden Angeklagten.

Rudolf R. wies die Vorwürfe zurück, beschwerte sich bei den Richtern über die Behandlung auch in der Untersuchungshaft und kündigte an, dass er keinerlei Fragen beantworten werde. Er gab noch nicht einmal seine Personalien zu Protokoll. Die Anklageschrift bezeichnete er als "Grimms Märchen". Der Verteidiger seines älteren Bruders erklärte, dass sich auch der 59-Jährige vorläufig weder zu dem Polizistenmord noch zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern werde.

Nach der Verlesung der Anklage wurde der Prozess bis kommenden Dienstag unterbrochen. Das Gericht hat bis Jahresende 48 weitere Prozesstage geplant.

hut/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Was sind Eure Kriterien für Schutzwürdigkeit?
Bourgeois2000 21.02.2013
Eine deutscher Oberst in Afghanistan wird mit Namen und Bild gebracht und die Jungs werden anonymisiert?
2. Stimmt
derauskenner 21.02.2013
Die Frage ist wirklich berechtigt! Auch mich würde interessieren, wie so ein Polizistenmörder aussieht. Aber Täterschutz wird in Deutschland sowieso höher bewertet als alles andere......
3. Die Namen und Gesichter sind bekannt
donadoni 21.02.2013
Zitat von derauskennerDie Frage ist wirklich berechtigt! Auch mich würde interessieren, wie so ein Polizistenmörder aussieht. Aber Täterschutz wird in Deutschland sowieso höher bewertet als alles andere......
..wenn man nur ein bisschen im Internet surft. Sogar der Namen und die Dienststelle der Ehefrau eines der Angeklagten, eine Beamtin eines Standesamtes in einer Kleinstadt, sind mittlerweile bekannt. Bis jetzt sind die beiden noch nicht als Polizistenmörder verurteilt. Von Schutz der Privatssphäre kann kann keine Rede sein. Wenn man sich mit diesem Fall beschäftigt, kann man sich vorstellen, was für eine Stimmung in der bayerischen Provinz herrscht, auch angefacht durch die Politik und Wahlkampf. Ich gehe mal davon aus, dass wir in Deutschland nicht (schon wieder) Sippenhaft haben. Ein Polizist muss wie jeder Soldat mit dem Tod im Dienst rechnen, so bitter das ist. Es ist Berufsrisiko, für das er bezahlt wird. Es ist zu hoffen, dass das bayerische Gericht korrekt seinem Auftrag nachgeht und den Fall ordnungsgemäß und neutral aufklärt.
4. optional
renee gelduin 21.02.2013
---Zitat--- Die Männer gelten als hochgefährlich. ---Zitatende--- Na Mensch, von der "günstigen Sozialprognose" zu hochgefährlich ist aber ein flotter Schritt. Worauf fußt diese krasse 180° Wende denn? Die Verurteilung aufgrund der zur Last gelegten Taten steht ja noch aus.
5. Verpixelung
bildreaktor 21.02.2013
In diesem Fall hat der Fotograf bzw. die Agentur verpixelt.
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