Verdacht auf Steuerhinterziehung: YouPorn-Chef soll ausgeliefert werden

Die Staatsanwaltschaft wirft Porno-Größe Fabian Thylmann Steuerhinterziehung vor - was er bestreitet. Der Unternehmer wurde in Belgien festgenommen, nun hat er seiner Auslieferung nach Deutschland zugestimmt.

Sexfilmchen-Portal YouPorn (Screenshot): Spezialisiert auf pornografische Web-Angebote Zur Großansicht
youporn.com

Sexfilmchen-Portal YouPorn (Screenshot): Spezialisiert auf pornografische Web-Angebote

Brüssel/Löwen - Der deutsche Porno-Unternehmer Fabian Thylmann wird in den nächsten zwei Wochen von Belgien an die deutsche Justiz ausgeliefert. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Löwen bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt". Der 34-Jährige habe seiner Überstellung an die Staatsanwaltschaft in Köln zugestimmt, heißt es.

Die Ermittler werfen dem Unternehmer, der im Internet zahlreiche Pornoseiten betreibt, Steuerhinterziehung vor. Thylmann bestreitet dies. Er gilt als einer der erfolgreichsten Anbieter von Pornografie im Internet, ihm werden unter anderem die Seiten YouPorn, Brazzers und MyDirtyHobby zugerechnet.

"Er hat sich für das schnelle Verfahren entschieden", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft über die Zustimmung Thylmanns zur Auslieferung. Hätte er die Auslieferung abgelehnt, so hätte es bis zu einer Gerichtsentscheidung sechs bis acht Wochen dauern können. Einen genauen Termin für die Überstellung gebe es noch nicht.

Die Staatsanwaltschaft Köln hatte Thylmann, der in der Nähe von Brüssel lebt, mit einem europäischen Haftbefehl gesucht. Seit dem 4. Dezember befindet er sich in Löwen in U-Haft.

hut/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Interessant, ...
emeticart 12.12.2012
... finde ich, dass bei Kinderschändern, Mördern, o. ä,, keine vollen Klarnamen in der Presse genannt werden dürfen. Warum, bildet dieser mutmaßliche Straftäter eine Ausnahme!? Weil er Pornos vertrieb oder Steuern hinterzog??? MfG
2. Über PORNO
rompipalle 13.12.2012
Über PORNO darf geschrieben werden, jedoch über anticristen -darf nichts geschrieben werden...? Wenn Porno sich in den Gesetzlichen Schranken befindet, dann ist es eine der schönsten Nebensächlichkeit auf der Welt! :-) So weit so gut. Nun, er hat nur recht sich freiwillig zu stellen,alles andere versaut ihm nur das Geschäft und den Ruf. Man kann jetzt nur hoffen das die Neider (welche wohl auch seine Kunden sein könnten?!) ihm einen fairen Prozess machen. A pro Po: ich bin auch für die volle namens Veröffentlichung bei jeglichen Straftätern -der Zahl da viele Priester welche kleinen Kinder aus der Unterhose helfen inbegriffen! Selbst wenn eine psychologische Studie [veröffentlich hier im Spiegel vor einiger zeit. Wo man auch nichts schreiben durfte!] *behauptete das sie garnicht pädophil veranlagt sind und das es viel besser währe sie in der Kirchen Gemeinde integriert zu lassen.* Was meines Erachtens,leider sehr viel aussagt über ein rechts empfinden, welches ich mit Nichten teile. Armes Land der Gutmenschen.
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Daten und Fakten zur Steuerhinterziehung
Wie viel Steuern hinterziehen die Deutschen?
Steuerhinterziehung ist laut Deutscher Steuergewerkschaft zum Volkssport geworden. Auf 30 Milliarden Euro schätzt die Organisation das Volumen der jährlichen Steuerhinterziehung in Deutschland.
Was ist Steuerhinterziehung?
Steuern hinterzieht, wer gegenüber den Finanzbehörden keine, falsche oder unvollständige Angaben macht und dadurch Steuern verkürzt oder Steuervorteile erlangt. Daneben beschreibt das Gesetz besonders schwere Fälle der Steuerhinterziehung, für die ein besonders hoher Strafrahmen zur Verfügung steht. Das ist etwa der Fall, wenn jemand eine Stellung als Amtsträger ausnutzt oder als Mitglied einer Bande Umsatzsteuern hinterzieht.
Wann macht man sich strafbar?
Ein Bürger macht sich strafbar, wenn er selbst Steuern hinterzieht oder sich an der Tathandlung eines anderen beteiligt. In diesem Fall spricht man von Mittäterschaft, Anstiftung oder Beihilfe. Auch der Versuch einer Hinterziehung ist strafbar.
Müssen Steuersünder ins Gefängnis?
Steuerhinterzieher müssen nicht zwangsläufig ins Gefängnis. Gesetzlich wird Steuerhinterziehung mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. In besonders schweren Fällen kann die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahre betragen. Welche Strafe im Einzelfall ausgesprochen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, maßgeblich jedoch von der Höhe des hinterzogenen Betrages. Aber auch Beweggründe und Ziele des Täters, sein Vorleben oder das Verhalten nach der Tat kommen in Bertacht - etwa ein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen.
Wie vermeidet man eine Bestrafung?
Wer unrichtige oder unvollständige Angaben beim Finanzamt berichtigt oder ergänzt oder unterlassene Angaben nachholt, bleibt insoweit straffrei. Man spricht in diesem Rahmen von einer "Selbstanzeige". Dabei gilt aber, dass eine Selbstanzeige dann wirkungslos ist, wenn sie in einer Phase erstattet wird, in der sich das Entdeckungsrisiko bereits konkretisiert hat, also beispielsweise, wenn dem Steuerpflichtigen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bereits bekanntgegeben wurde oder die Betriebsprüfung oder Steuerfahndung bei ihm erscheint.
Wie funktioniert eine Selbstanzeige?
Eine bestimmte Form der Selbstanzeige ist nicht vorgeschrieben. Es empfiehlt sich, den Rat eines Experten, zum Beispiel eines Steuerberaters, hinzuzuziehen, da viele Details zu beachten sind.
Verjährt das Delikt?
Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich nach den allgemeinen strafrechtlichen Vorschriften fünf Jahre. In einem besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung sind es zehn Jahre. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beginnt, wenn die Tat beendet ist. Davon unabhängig ist die steuerliche Verjährungsfrist. Diese beträgt zehn Jahre. Das heißt, dass die Finanzbehörden hinterzogene Steuern auch noch nach zehn Jahren einfordern können.