Fall Magnotta: Pornodarsteller muss wegen Mordes vor Gericht

Luka Magnotta vor Gericht: Prozess wegen Mordes wird stattfinden Zur Großansicht
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Luka Magnotta vor Gericht: Prozess wegen Mordes wird stattfinden

Der Pornodarsteller Luka Magnotta muss sich wegen Mordes verantworten. Voruntersuchungen haben nach Ansicht eines Gerichts in Montreal ausreichend Beweise erbracht, dass Magnotta seinen chinesischen Freund ermordet hat. Danach soll er ihn zerstückelt und die Leichenteile verschickt haben.

Montréal - Das Vorverfahren in Montreal ist abgeschlossen: Richterin Lori Renée Weitzman entschied am Freitag, dass sich der kanadische Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta wegen Mordes vor Gericht verantworten muss. Er soll seinen Freund mit einem Eispickel ermordet, die Leiche anschließend zerstückelt und Teile davon verzehrt haben.

Der Entscheidung war ein rund vierwöchiges Vorverfahren mit elf Anhörungsterminen vorausgegangen, mit dem Ergebnis, dass ausreichende Beweise für ein Hauptverfahren gegen den 30-Jährigen vorliegen. Die Richterin wies mit ihrer Entscheidung den Antrag der Verteidigung zurück, die auf Totschlag plädiert hatte. Bei beiden Vergehen droht dem Kanadier theoretisch dasselbe Urteil, nämlich lebenslange Haft. Bei Mord ist es aber nicht möglich, unter Auflagen vorzeitig frei zu kommen.

Magnotta soll nach dem Mord an seinem chinesischen Freund mehrere Leichenteile des Opfers an politische Parteien in Ottawa, unter anderem an die Partei des kanadischen Premierministers Stephen Harper, sowie an Schulen in Vancouver geschickt haben. Zudem soll er die Tat gefilmt und das Video ins Internet gestellt haben.

Magnotta flüchtete zunächst nach Frankreich und von dort nach Berlin. Anfang Juni vergangenen Jahres wurde der Kanadier vom Betreiber eines Internetcafés im Stadtteil Neukölln erkannt und von der Polizei festgenommen. Nach seiner Auslieferung bekannte er sich nicht schuldig.

Der Torso des Opfers war kurz nach der Tat Ende Mai 2012 in einem Koffer im Müll in der Nähe von Magnottas Wohnung in Montreal gefunden worden, erst Anfang Juli entdeckte die Polizei den Kopf in einem Park. Die Medien in Kanada nennen Magnotta "Canadian Psycho" - auch weil das Video des Mordes mit Musik aus dem Film "American Psycho" unterlegt war.

Der Prozess soll 2014 stattfinden. Das Datum für den Beginn soll am 29. April festgelegt werden.

mia/AFP/AP

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