Prozess gegen Martin N. Fahnder schildert Entführung von Dennis R.

An einem Sommerabend 1995 schlief kein Betreuer im Zelt von Dennis R. und neun weiteren Kindern - und Martin N. machte sich dies zunutze: Vor Gericht hat ein Polizist geschildert, wie der mutmaßliche Kindermörder den Jungen entführte und ihn zwei Wochen später umbrachte.


Stade - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Martin N. hat am Mittwoch ein Kriminalbeamter aus Flensburg über den dritten Mord ausgesagt. Am 24. Juli 1995 war der achtjährige Dennis R. aus einem Zeltlager bei Schleswig verschwunden. Nach Angaben des Polizisten hatte in der betreffenden Nacht nicht, wie sonst üblich, ein Betreuer in dem Zelt mit zehn Kindern geschlafen. Als am 8. August eine Kinderleiche in Dänemark in den Dünen gefunden wurde, "waren wir uns schnell sicher, dass es Dennis war", sagte der Polizist.

Für die Eltern von Dennis sei es "ein großer Schock" gewesen, sagte der Polizist. Er war bei den Ermittlungen mehrfach nach Lippstadt in Nordrhein-Westfalen zu den Eltern von Dennis gefahren.

Der lange als "Maskenmann" gesuchte Angeklagte hatte vor Gericht gestanden, das Kind mit nach Dänemark genommen, dort tagelang mit ihm gelebt und den Jungen schließlich getötet und im Sand vergraben zu haben. Der heute 40 Jahre alte Martin N. hatte drei Morde und zahlreiche Missbrauchsfälle an Kindern zugegeben. Zu seinen Opfern gehören der 13-jährige Stefan J. und der neun Jahre alte Dennis K.

ulz/dpa/dapd

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