Prozess gegen rauchenden Mieter Zeuge berichtet von starkem Gestank

Im Mietstreit um die Kündigung des Rauchers Friedhelm Adolfs hat das Landgericht Düsseldorf mehrere Zeugen gehört. Der Gestank sei ekelhaft, sagte ein Makler. Ein weiterer Zeuge behauptete, der Qualm stamme von anderen Rauchern.

Raucher Adolfs: Nächster Prozess
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Raucher Adolfs: Nächster Prozess


Ein Zeuge hat im Mietstreit um Raucher Friedhelm Adolfs den Rauchgestank in dessen Wohnhaus als ekelhaft und widerlich beschrieben. Mehrere Interessenten in dem Düsseldorfer Mietsgebäude hätten den Geruch moniert, sagte der Zeuge, der als Immobilienmakler in dem Haus sein Büro hat und für die Vermieterin tätig ist. Ein Freund Adolfs' sagte dagegen aus, Besucher anderer Mieter hätten im Hausflur geraucht. Der 77-Jährige habe immer gelüftet.

Insgesamt will das Gericht zwölf Zeugen hören. So sollen weitere Mieter im Haus zur Belästigung durch den Rauch aussagen. Witwer Adolfs hat seinerseits Besucher als Zeugen aufgeboten.

Das Gericht will erst bei einem späteren Termin entscheiden, ob der Raucher seine Nachbarn mit Zigarettenqualm unzumutbar belästigt hat. In dem Fall müsste er seine Wohnung nach mehr als 40 Jahren räumen.

Die Vermieterin muss allerdings nachweisen, dass die Belästigung durch den Qualm so stark war, dass die Gesundheit der übrigen Menschen im Haus gefährdet wurde. Dies könnte zum entscheidenden Problem werden. Denn grundsätzlich darf Adolfs in seiner Wohnung rauchen - das hatte Richter Rolf Maurer bereits klargestellt.

Juristischer Streit seit 2013

Der Fall geht bereits seit 2013 durch die Instanzen und hat Adolfs bundesweit bekannt gemacht. Das Amtsgericht Düsseldorf hatte den fristlosen Rauswurf des Rentners aus der Wohnung bestätigt. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit der Nachbarn habe Vorrang vor dem Recht auf freie persönliche Entfaltung des Rauchers, hieß es zur Begründung.

Das sah das Landgericht Düsseldorf im Juni 2014 genauso: Dort erlitt Adolfs in zweiter Instanz eine Niederlage, das Landgericht wies seine Berufung zurück.

Doch im Februar 2015 kippte der Bundesgerichtshof (BGH) die Urteile der Vorinstanzen. Die Bundesrichter betonten, dass Beeinträchtigungen im Treppenhaus besonders schwerwiegend sein müssten, um eine Wohnungskündigung zu rechtfertigen. Der Nachweis dafür sei in den Prozessen in Düsseldorf aber nicht erbracht worden.

Deshalb verwies der BGH den Fall zurück ans Landgericht und ordnete eine umfassende Beweisaufnahme an. Um diese hätten sich Amtsgericht und Landgericht nicht drücken dürfen, monierten die Bundesrichter.

ulz/dpa

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