Prozess in Berlin Gericht spricht Skandal-Rapper Bushido frei

Wegen einer angeblichen Schuhattacke auf einen Fan stand Rapper Bushido vor Gericht. Doch der Prozess war schnell vorbei - mit einem Freispruch für den 35-Jährigen.

Amtsgericht Tiergarten: Rapper Bushido auf der Anklagebank
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Amtsgericht Tiergarten: Rapper Bushido auf der Anklagebank


Berlin - Der Rapper Bushido ist vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden. Der 35-Jährige musste sich in Berlin vor Gericht verantworten, weil er angeblich einen Fan mit einem Schuh geschlagen hatte. Der Rapper hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Die Vorwürfe hätten sich nicht bestätigt, erklärte das Amtsgericht Tiergarten. Im Urteil hieß es, es bleibe nichts, was Bushido und einem Mitangeklagten vorzuwerfen sei. Der 45-jährige Begleiter Bushidos soll den Fan laut Anklage geohrfeigt haben.

Dem Gerichtssprecher zufolge verweigerten die Zeugen vor Gericht die Aussage. Das stand ihnen demnach zu, weil sie eventuell falsch ausgesagt oder sich möglicherweise selbst strafbar gemacht haben könnten. Außerdem habe es in den Akten zu dem Fall "Widersprüche" gegeben, so der Sprecher. Es habe deshalb keine Beweise für den Anklage-Vorwurf gegeben.

Der Prozess war zu Beginn wegen des großen Andrangs in einen anderen Saal verlegt worden. Bushido erschien mit T-Shirt und Blouson vor Gericht. Bei Twitter gab er sich ironisch: "Voll wenig Presse im Gericht."

Die Vorwürfe gegen Bushido lauteten im Detail: Mehrere Fans des Rappers, der eigentlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, tauchten laut Anklage am 19. Mai 2013 vor dessen Wohnhaus in Berlin auf. Sie wollten Autogramme und Bilder oder einen kurzen Film machen. Es kam demnach zu einem Streit mit den Fans vor der Haustür. Dann folgten laut Staatsanwaltschaft die Ohrfeige und die Schuhattacke.

Bushido geriet wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Wegen Beleidigung wurde er zuletzt in Berlin im Dezember 2011 zu einer Geldstrafe von 19.500 Euro verurteilt. Er hatte demnach einen Ordnungsamtsmitarbeiter als Idioten beschimpft. Zudem laufen nach Justizangaben Ermittlungen wegen des Verdachts einer Steuerstraftat. Wegen gewaltverherrlichender sowie frauen- und schwulenfeindlicher Musikvideos steht er in der Kritik.

wit/dpa/AFP



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