Prozess in Chemnitz Erzieherin soll Behinderte gequält haben

Schwere Vorwürfe gegen eine Erzieherin: Die 39-Jährige soll in Chemnitz behinderte Kinder zwangsgefüttert, grob angefasst und beleidigt haben. Nun steht die Frau wegen Misshandlung Schutzbefohlener vor Gericht.


Chemnitz - Weil sie monatelang behinderte Kinder gequält haben soll, muss sich eine 39-jährige Erzieherin seit dem heutigen Montag vor dem Amtsgericht Chemnitz verantworten. Der Frau wird Misshandlung Schutzbefohlener vorgeworfen, wie ein Sprecher des Amtsgerichts sagte.

Die Beschuldigte war bis Mitte vergangenen Jahres in einer heilpädagogischen Tagesstätte in Chemnitz für die Betreuung von körperlich und geistig schwerbehinderten Kindern zwischen drei und sieben Jahren verantwortlich.

Der Anklage zufolge ging die Frau gegen die ihr anvertrauten acht Kinder mit großer Härte und roher Gewalt vor. So soll sie die Minderjährigen zwangsgefüttert haben, so dass diese Schmerzen erlitten und sich teilweise übergeben mussten. Auch soll sie ihnen Zahnbürsten tief in den Rachen geschoben, sie grob angefasst und beleidigt haben. Die Kinder hätten große Angst gehabt und geweint, sagte ein Ermittler.

Die Vorfälle sollen sich zwischen Dezember 2006 und Juni 2007 ereignet haben. Die Ermittlungen gegen die Erzieherin kamen nach Hinweisen von Zivildienstleistenden ins Rollen, die in der Einrichtung tätig waren. Die Frau wurde laut Medienberichten inzwischen entlassen.

Nach Angaben des Gerichtssprechers wurde der Prozess nach mehrstündiger Verhandlung vertagt. Wann das Verfahren fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Die Angeklagte hatte nach ihrer Festnahme zu den Vorwürfen geschwiegen.

bog/AP



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