Prozess in Limburg Ladendetektiv versteckte Handgranate in Spielzeugregal

Ein Ladendetektiv hat gestanden, eine scharfe Handgranate in der Spielwarenabteilung eines Supermarkts abgelegt zu haben. Anschließend meldete der 40-Jährige den vermeintlichen Fund. Er wollte nach eigener Aussage die Anerkennung seines Chefs.


Limburg - Der Supermarkt wurde sofort geräumt, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an: Ein Ladendetektiv hat vor Gericht gestanden, eine scharfe Handgranate im Spielzeugregal eines Wetzlarer Supermarktes versteckt zu haben. Er habe sich Anerkennung von seinem Chef und die Bezahlung seines ausstehenden Gehalts erhofft, sagte der 40-Jährige am Montag vor dem Landgericht Limburg.

Am 26. Januar hatte der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma die funktionsfähige Handgranate in dem Geschäft abgelegt. Anschließend meldete der Ladendetektiv den angeblichen Fund. Videoaufzeichnungen bewiesen, dass er die Kriegswaffe selbst in den Supermarkt gebracht hatte.

Er habe die Granate von einem Bekannten erworben, der sie beim Aufräumen im Keller gefunden habe, sagte der 40-Jährige. Laut Staatsanwaltschaft hätte die Waffe bei einer Explosion Menschen im Umkreis von zwölf Metern töten können.

Der Ladendetektiv sollte ursprünglich wegen versuchten Mordes angeklagt werden. Nun muss er sich wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Hierfür sieht das Strafgesetzbuch Haft zwischen einem und fünf Jahren vor.

ulz/dpa/dapd



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