Neu-Delhi Angeklagter in Vergewaltigungsfall angeblich schwer verletzt

Einer der mutmaßlichen Vergewaltiger der getöteten indischen Studentin ist im Gefängnis angeblich schwer verletzt worden - das behauptet sein Anwalt. Mithäftlinge sollen den 20-Jährigen verprügelt, Wärter sein Essen vergiftet haben.

Tihar-Gefängnis in Neu Delhi: einer der mutmaßlichen Vergewaltiger soll verprügelt worden sein
AFP

Tihar-Gefängnis in Neu Delhi: einer der mutmaßlichen Vergewaltiger soll verprügelt worden sein


Neu Delhi - Einer der Angeklagten im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin liegt laut seinem Anwalt schwer verletzt im Krankenhaus. Der 20-Jährige sei von Mithäftlingen im Tihar-Gefängnis in Neu Delhi verprügelt worden, sagte sein Verteidiger A. P. Singh.

Der Verteidiger erhob schwere Vorwürfe gegen die Gefängnisleitung. Singh beschuldigte die Wärter, das Essen seines Mandanten vergiftet zu haben. Dieser befinde sich in einem lebensbedrohlichen Zustand. "Er erbricht Blut und hat hohes Fieber, aber die Ärzte sollten in der Lage sein, ihn zu retten."

Sechs Männer sollen eine 23-jährige Studentin im Dezember in einem fahrenden Bus in Delhi vergewaltigt und gefoltert haben. Sie starb 13 Tage später an ihren Verletzungen. Der Fall löste weltweit Entsetzen aus.

Im März war ein weiterer Angeklagter, der 33-jährige Ram S., erhängt in seiner Zelle aufgefunden worden. Seine Familie hatte damals gesagt, Mithäftlinge hätten ihn gefoltert. Bereits bei diesem Vorfall hatte Singh die Behörden scharf kritisiert. "Was soll das heißen, er hat sich umgebracht? Er wurde im Gefängnis getötet", sagte Singh.

Vier mutmaßliche Täter - darunter der verletzte Angeklagte - müssen sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Ihnen droht die Todesstrafe. Ein weiterer Tatverdächtiger steht vor einem Jugendgericht, er muss mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe rechnen.

Das Tihar-Gefängnis ist eine Hochsicherheitsanstalt. Indische Gefängnisse gelten als chronisch überfüllt, schlecht geführt und sind für die teilweise brutale Behandlung der Insassen gefürchtet.

gam/dpa

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