Prozess in Philadelphia Abtreibungsarzt entgeht Todesstrafe

Der Abtreibungsarzt Kermit Gosnell ist wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 72-Jährige hatte in einer Klinik in Philadelphia drei Neugeborene mit einer Schere getötet. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.


Philadelphia - Der Betreiber einer Abtreibungsklinik in Philadelphia ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 72-Jährige stimmte der Gefängnisstrafe ohne Bewährung zu und entging damit der ihm drohenden Todesstrafe, berichtet die "New York Times".

Ein Gericht in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte Kermit Gosnell des dreifachen Mordes schuldig befunden. Der Arzt soll drei Neugeborene mit einer Schere tödlich am Rückenmark verletzt haben.

Die Babys waren laut Gericht bei Schwangerschaftsabbrüchen lebend zur Welt gekommen. Zeugen hatten ausgesagt, die Babys hätten nach der Geburt geatmet, sich bewegt und Geräusche von sich gegeben. Gosnells Patientinnen waren demnach in einem Stadium ihrer Schwangerschaft, in dem Abtreibungen gesetzlich verboten sind.

Außerdem wurde der Mediziner wegen der fahrlässigen Tötung einer 41 Jahre alten Patientin verurteilt. Sie war an einer Medikamentenüberdosis gestorben, als sie bei Gosnell eine Abtreibung vornehmen ließ.

Insgesamt war Gosnell wegen der Ermordung von sieben Neugeborenen angeklagt. Der Richter ließ im Zuge des Prozesses jedoch einige Vorwürfe fallen.

gam/dpa/Reuters



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