Frankenthal - Knapp zweieinhalb Jahre nach einem ICE-Unfall im Pfälzerwald hat es eine Einigung im Streit um Schadensersatz in Millionenhöhe gegeben. Ein vom Landgericht Frankenthal vorgelegter Vergleich sieht vor, dass der Schaden an dem Zug aufgeteilt wird - zwischen den Versicherungen der Beteiligten.
Ein Müllwagenfahrer war im August 2010 bei Lambrecht in der Pfalz von einer abschüssigen Straße abgekommen und mit dem Lastwagen auf die Gleise gerutscht. Der ICE mit 300 Passagieren prallte auf den Lkw, 15 Menschen wurden verletzt, einige schwer.
Die Versicherung der Bahn verklagte den Müllwagenfahrer. Dem Vergleich zufolge muss der heute 37-Jährige jedoch nicht selbst zahlen - die Versicherung der Entsorgungsfirma soll die Hälfte der Kosten übernehmen. Außerdem werden die Haftpflichtversicherung der Bahn und die Versicherung der Gemeinde Lindenberg, auf deren Gebiet der Unfall geschah, zur Kasse gebeten.
Für die Kommune bedeutet das laut ihren Angaben eine Summe von rund 2,8 Millionen Euro. Bei dem Verfahren ging es um knapp zwölf Millionen Euro.
Nach Ansicht von Richterin Kirsten Kaltenhäuser haben die Gemeinde Lindenberg und die Bahn Mitschuld an dem Unfall, da die schmale Straße über den Gleisen nicht ausreichend gesichert gewesen sei. Der Müllwagenfahrer wurde bereits zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt, weil er zu schnell auf der schmalen Straße unterwegs gewesen war.
Die Anwälte der drei Versicherungen stimmten dem Vergleich zu. Sie können aber noch bis zum 6. März Widerspruch einreichen.
aar/dpa
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