Prozessauftakt in Berlin: Angeklagter gesteht Serienbrandstiftung

Im vergangenen Sommer hat eine Serie von Brandstiftungen die Bewohner Berlins erschüttert. Mehrere Autos gingen in Flammen auf. Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten zugegeben.

Wegen Brandstiftung an 102 Autos angeklagt: Ein 28-Jähriger steht in Berlin vor Gericht Zur Großansicht
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Wegen Brandstiftung an 102 Autos angeklagt: Ein 28-Jähriger steht in Berlin vor Gericht

Berlin - Fast jede Nacht gingen in Berlin im vergangenen Sommer Autos in Flammen auf. Seit Freitag muss sich nun ein Serienbrandstifter vor dem Landgericht verantworten. Der 28-jährige Berliner gab zum Prozessauftakt zu, in mehreren Bezirken Autos angezündet zu haben.

Vor dem Landgericht sagte der 28-Jährige, er habe die Brandanschläge begangen, weil er frustriert über seine eigene Lebenssituation und neidisch gewesen sei. Er bat Betroffene, aber auch die Öffentlichkeit "nachhaltig und ernsthaft um Vergebung". Heute sei ihm klar, dass er damit in der Stadt Angst und Schrecken verbreitet habe.

Als Motiv nannte der arbeitslose Maler und Lackierer Sozialneid. Die Staatsanwaltschaft hat 102 Fälle zwischen Juni und August 2011 ermittelt. Nach Angaben der Polizei brannten in Berlin im vergangenen Jahr mehr als 700 Autos. Nur ein Teil der Taten wird linksextremen Kreisen zugerechnet. Viele Brandstiftungen sollen auf das Konto von Trittbrettfahrern und Versicherungsbetrügern gehen.

Der Anklage zufolge waren durch die Taten des Mannes auch Menschenleben gefährdet, da die Flammen drohten, auf benachbarte Wohnhäuser überzugreifen. In einem Fall soll dadurch der Dachstuhl eines Einfamilienhauses abgebrannt sein. In einem weiteren Fall musste eine Seniorenresidenz in Charlottenburg geräumt werden, weil das Feuer eines brennenden Autos das Gebäude bedrohte. In einer Erklärung des Verteidigers hieß es, dass der Angeklagte diesbezüglich noch immer ein "schlechtes Gewissen" habe. Laut eigenen Angaben konnte er mit dem "fürchterlichen Treiben erst aufhören, als er wieder in Lohn und Brot war".

Bisherige Prozesse gegen Brandstifter endeten meistens mit Bewährungsstrafen.

nga/ulz/dpa

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