Tödliche Attacke am Alexanderplatz: Merkel schaltet sich im Fall Jonny ein

Der Schüler Jonny K. wurde im Oktober am Alexanderplatz zu Tode geprügelt. Der Hauptverdächtige, ein Ex-Amateurboxer, flüchtete in die Türkei. Ankara blieb tatenlos - doch nach SPIEGEL-Informationen setzte sich Kanzlerin Merkel dann persönlich ein.

Berliner Alexanderplatz: Hier wurde der Schüler Jonny K. zu Tode geprügelt Zur Großansicht
dapd

Berliner Alexanderplatz: Hier wurde der Schüler Jonny K. zu Tode geprügelt

Berlin - Angela Merkel hat sich in die Suche nach dem Haupttatverdächtigen vom Berliner Alexanderplatz eingeschaltet. Nach SPIEGEL-Informationen sprach die Kanzlerin den Fall des zu Tode geprügelten Schülers Jonny K. bei ihrem Treffen mit dem türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan am 25. Februar in Ankara an. Merkel machte klar, dass sie eine aktive Fahndung der Türkei nach dem noch flüchtigen Tatverdächtigen erwarte.

Im vergangenen Oktober war am Alexanderplatz der Schüler Jonny K. totgeprügelt worden. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen vier Tatverdächtige inzwischen Anklage erhoben. Der Haupttatverdächtige, der 19-jährige Ex-Amateurboxer Onur U., war kurz nach der Tat in die Türkei geflüchtet, wo er sich noch immer aufhält.

Die Berliner Justiz hatte sich monatelang um eine Auslieferung des Tatverdächtigen bemüht - jedoch ohne Erfolg. In dem juristischen Tauziehen stellte sich heraus, dass Onur U. nicht ausgeliefert werden könne, weil er neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft besitze.

Daraufhin bat Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) die Kanzlerin, den Fall bei ihrem Treffen mit Erdogan anzusprechen - offenbar mit Erfolg. Wenige Wochen nach dem Zusammentreffen der beiden Regierungschefsnahm die türkische Justiz im April Ermittlungen gegen Onur U. auf.

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