Prügelprozess in Hildesheim: Caroline auf Prinzen-Linie

Es war kein leichter Gang für die Prinzessin: Unter großer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit hat die medienscheue Caroline von Hannover im Prozess um ihren Mann Ernst August ausgesagt - und seine Version nach Kräften gestützt.

ddp

Hildesheim - Knapp zwei Stunden lang hat Prinzessin Caroline von Hannover, 52, am Mittwoch im Landgericht in Hildesheim als Zeugin für ihren Mann Ernst August ausgesagt. Um kurz nach 12.30 Uhr verließ sie, begleitet von ihren Bodyguards, das Gerichtsgebäude - durch den Gefangenen-Eingang, um wartenden Fotografen zu entgehen.

Ihre Aussagen stützten die Version des Geschehens, die ihr Mann beim Auftakt der Verhandlung bereits zu Protokoll gegeben hatte. Was in der fraglichen Nacht im Januar 2000 auf der kenianischen Ferieninsel Lamu geschah, beschäftigt seit Jahren die Gerichte.

Ernst August hatte sich damals über Lärm geärgert, der aus der Disco von Josef Brunlehner gedrungen war. Bei einer darauf folgenden Auseinandersetzung will der Adlige dem Discobesitzer zwei Ohrfeigen verpasst haben, "One for the Music, One for the light", also sowohl eine für die Lärm- als auch eine weitere für die Lichtbelästigung. Brunlehner, der als Nebenkläger am Prozess teilnimmt, macht jedoch geltend, dass er zusammengeschlagen worden sei.

Die Prinzessin kam aus freien Stücken

Die Richter waren beim ersten Verfahren davon ausgegangen, dass Ernst August einen Schlaggegenstand benutzte, und verurteilte ihn daher 2004 wegen gefährlicher Körperverletzung zu 445.000 Euro Geldstrafe.

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Caroline in Hildesheim: Die Prinzessin als Zeugin
Die Prinzessin kam nun aus freien Stücken ins Landgericht Hildesheim, um für ihren Mann auszusagen. Man hätte sie nicht zwingen können. Caroline betrat das Gebäude durch einen Nebeneingang. Sie trug einen beigefarbenen Mantel, eine dunkle Hose und eine Sonnenbrille. Fotos von ihr im Saal waren nicht erlaubt.

Die Prinzessin sagte aus, ihr Mann habe Brunlehner zwei Ohrfeigen mit der flachen Hand verabreicht, dabei habe er jedoch "definitiv keinen Gegenstand" in der Hand gehabt. Entsprechende Spekulationen seien absurd. "Es waren keine sehr starken Schläge, es waren eigentlich mehr symbolische", erklärte Caroline. Sie habe das Geschehen aus circa 12 bis 15 Meter Entfernung verfolgt.

"Die Nerven lagen blank"

"Die Nerven lagen blank bei vielen Leuten, wir waren durch die permanente Musik und das Laserlicht alle sehr genervt", sagte Caroline. Der Schlagabtausch habe weniger als zwei Minuten gedauert. "Ich habe gesehen, dass Kinder sich schon stärker geprügelt haben", gab sie an. Sie und ihr Mann hätten niemals gedacht, "dass dies so eine Affäre werden würde".

Im Vorfeld des Prozesstags war heftig spekuliert worden, ob Caroline überhaupt zur Zeugenaussage erscheinen würde - Boulevardblätter spekulieren seit Wochen über den Zustand der Ehe des Paares. So waren kürzlich Bilder veröffentlicht worden, die Ernst August im Thailand-Urlaub mit einer unbekannten Frau beim Bad im Meer zeigten.

Für ihr Erscheinen hatte die Paparazzi-geplagte Prinzessin allerdings Bedingungen gestellt: So wollte sie ausreichend Abstand zu Medienvertretern, sie hatte einen Sicherheitsabstand von drei Metern innerhalb des Gerichtsgebäudes gefordert.

pad/dpa

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Prozess in Hildesheim : "One for the Music, one for the Light"