Sexuelle Übergriffe Staatsanwaltschaften prüfen Vorwürfe gegen R. Kelly

In einer Dokumentation werfen zahlreiche Frauen R. Kelly Missbrauch vor. Nun bittet die Staatsanwaltschaft Opfer und Zeugen, sich zu melden.

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Immer wieder gab es in der Vergangenheit Missbrauchsvorwürfe gegen Sänger R. Kelly. Nach der Ausstrahlung einer Dokumentation im US-Fernsehen, in der der 52-Jährige schwer belastet wird, hat sich nun erneut die Justiz eingeschaltet.

Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen US-Bundesstaaten prüfen Anschuldigungen der Pädophilie und sexueller Übergriffe durch den Sänger. Kim Foxx, Staatsanwältin des Bezirks Cook im Bundesstaat Illinois, bat Betroffene, sich zu melden. "Bitte kontaktieren Sie uns", sagte sie. "Wir können ohne die Kooperation von Opfern und Zeugen nicht ermitteln."

In der Doku-Serie "Surviving R. Kelly" beim Sender Lifetime kommen zahlreiche Frauen zu Wort, die dem 51-Jährigen sexuelle Übergriffe und emotionalen Missbrauch vorwerfen. Auch der mutmaßliche "Sex-Kult", den der Sänger betrieben soll, wird thematisiert. Teils soll der Missbrauch begonnen haben, als die Frauen noch minderjährig waren. Die Vorwürfe reichen bis in die Neunzigerjahre zurück. R. Kelly äußerte sich bislang nicht öffentlich zu der Dokumentation.

Staatsanwältin Foxx bezeichnete die Vorwürfe als "sehr, sehr beunruhigend". Sie sei in Kontakt mit den Familien zweier junger Frauen, die derzeit unter dem Einfluss von R. Kelly stünden. Im Bundesstaat Georgia berichteten örtliche Medien, die Staatsanwaltschaft im Bezirk Fulton habe Ermittlungen gegen den Sänger eingeleitet. Ein Sprecher wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Erste öffentliche Anschuldigungen gegen R. Kelly gab es bereits vor knapp 20 Jahren. 2002 wurde der Sänger und Produzent wegen Filmaufnahmen angeklagt, auf denen er beim Sex mit einer 13-Jährigen zu sehen gewesen sein soll. 2008 wurde er aber freigesprochen.

bbr/dpa/AFP



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