Musiker in Chicago R. Kelly wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt

Der US-Sänger R. Kelly wird von der Staatsanwaltschaft des schweren sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Drei der mutmaßlichen Opfer waren unter 17 Jahre alt. Der Musiker hat bislang alle Vorwürfe abgestritten.

R. Kelly
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R. Kelly


US-Sänger R. Kelly ist wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt worden. Die Fälle stammen aus den Jahren 1998 bis 2010 und drehen sich um vier teils minderjährige Opfer, wie Chicagos Staatsanwältin Kim Foxx am Freitag erklärte. Drei der Opfer waren zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Missbrauchs zwischen 13 und 16 Jahre alt.

Laut Staatsanwaltschaft wurden formelle Anschuldigungen gegen den Musiker in zehn Punkten erhoben, von denen sich neun auf den Missbrauch der unter 17-jährigen Opfer beziehen.

Kelly sieht sich seit Jahrzehnten mit dem Vorwurf konfrontiert, minderjährige Frauen missbraucht zu haben. Im Jahr 2008 war er sechs Jahre nach Anklageerhebung vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen worden.

Die "Chicago Tribune" berichtete unter Berufung auf Gerichtsdokumente, dass gegen den 52-jährigen Sänger ein Haftbefehl vorliege. R. Kelly solle demnach am 8. März vor Gericht erscheinen.

Opfer-Anwalt: "Es ist vorbei"

Nach Angaben des Opfer-Anwalts Michael Avenatti werden die inzwischen neu aufgekommenen Anschuldigungen durch ein aufgetauchtes Video belegt, das den Sänger beim Sex mit einer Minderjährigen zeigen soll. Avenatti hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, dass er das Video an die Ermittler in Kellys Wohnort Chicago übergebe habe. Der Sänger ließ die Vorwürfe über seinen Anwalt zurückweisen.

"Nach fortlaufendem sexuellen Missbrauch und sexuellen Übergriffen minderjähriger Mädchen über 25 Jahre ist der Tag der Abrechnung für R. Kelly gekommen", schrieb Avenatti bei Twittter. "Es ist vorbei."

Anfang Januar hatte der US-Sender "Lifetime" eine sechsstündige Dokumentation ausgestrahlt, in der mehrere Frauen den Sänger beschuldigten, Sex mit Mädchen unter 16 Jahren gehabt zu haben. Andere Zeugen versichern, der durch Hits wie "I Believe I Can Fly" bekannte Musiker habe Frauen wie Sexsklavinnen gehalten. Als Konsequenz kündigte das Plattenlabel RCA die Zusammenarbeit mit Kelly auf. Die Vorwürfe reichen bis in die Neunzigerjahre zurück, Kelly hat sie mehrfach abgestritten.

lie/AFP/dpa

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