Proteste in North Carolina US-Polizist erschießt Verdächtigen auf der Flucht

Der Tod eines jungen Mannes hat in North Carolina Proteste ausgelöst. Bei dem Toten soll es sich um einen unbewaffneten Afroamerikaner handeln, der wegen Drogendelikten von einem weißen Polizisten erschossen wurde.

Tatort in Raleigh, North Carolina
DPA

Tatort in Raleigh, North Carolina


Ein wegen Drogendelikten gesuchter Mann ist im US-Bundesstaat North Carolina von einem Polizisten auf der Flucht erschossen worden. Nach Angaben der Behörden in der Stadt Raleigh verfolgte der Beamte den Verdächtigen am Montag zu Fuß.

Berichten zufolge soll es sich bei dem Opfer um einen unbewaffneten 24-jährigen Afroamerikaner handeln. Ihm sei "sieben Mal von einem weißen Beamten" in den Rücken geschossen worden, berichteten die Lokalzeitung "The News and Observer" und der Sender WRAL übereinstimmend unter Berufung auf die Mutter des Mannes.

Die Polizei hat bislang keine Angaben zur Identität des Toten gemacht. Eine Sprecherin erklärte lediglich, der Verdächtige sei im Laufe der Jagd von dem Polizisten erschossen worden. In der Nähe des Toten sei außerdem eine Waffe entdeckt worden. Sie äußerte sich aber nicht zu Details. Der betroffene Polizist sei bis zum Ende der Ermittlungen in den Innendienst versetzt worden.

Der Fall löste erneut Bestürzung in den USA aus. Am Ort des Geschehens versammelten sich am Montagabend (Ortszeit) rund 300 Menschen zu einer Andacht. Viele der Anwesenden beklagten Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und riefen: "Black Lives Matter."

Drei Afroamerikaner werden in den USA pro Tag von Polizisten erschossen. Michael Brown, Walter Scott, Tamir Rice, Freddie Gray - alles Namen bekannter Fälle. Immer wieder löst diese Polizeigewalt heftige Proteste aus.

Erst am Samstag sorgte ein Vorfall in Salt Lake City in Utah für Unruhe. Dort hatten Polizisten auf einen 17-jährigen Schwarzen geschossen und ihn schwer verletzt. Der Teenager hatte sich laut Polizeibericht mit einer zweiten Person gestritten und dabei etwas in der Hand gehalten, was die Beamten für eine Waffe hielten. Es soll sich aber lediglich um einen Besenstiel gehandelt haben.

gam/AFP

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