Raubüberfall O.J. Simpson muss mindestens neun Jahre in Haft

"Das war mehr als eine Dummheit": Die Richterin Jackie Glass hat den früheren Footballstar O.J. Simpson wegen bewaffneten Raubs und Kidnappings zu mindestens neun Jahren Gefängnis verurteilt. Der 61-Jährige hatte in seinem Schlusswort noch um Verzeihung gebeten - vergeblich.


Las Vegas - Richterin Jackie Glass ließ kein Mitleid erkennen: Die Juristin legte am Freitag in Las Vegas das Strafmaß gegen O.J. Simpson fest, der bereits im Oktober von einer Geschworenenjury schuldig gesprochen worden war. "Das war mehr als eine Dummheit", erklärte sie - und verurteilte den ehemaligen Football-Profi wegen bewaffneten Raubs und Kidnappings zu maximal 33 Jahren Gefängnis. Frühestens nach neun Jahren kann Simpson zum ersten Mal einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen.

In einer emotionalen Stellungnahme hatte sich Simpson zuvor für sein Verhalten entschuldigt. "Ich wollte niemanden bestehlen. Es tut mir leid, so leid", hatte der 61-Jährige gesagt.

Das Gericht hatte Simpson im Oktober für schuldig befunden, im September vergangenen Jahres zusammen mit anderen das Zimmer zweier Andenkenhändler im Hotel-Casino Palace Station in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada gestürmt und die Herausgabe persönlicher Souvenirs im Wert von 100.000 Dollar gefordert zu haben. Simpson wollte die nach seinen Angaben gestohlenen Souvenirs lediglich zurückholen.

Simpson, der in den siebziger Jahren zu den bekanntesten Football-Profis der USA zählte, war 1995 in einem aufsehenerregenden Indizienprozess von dem Vorwurf freigesprochen worden, seine frühere Ehefrau Nicole Brown-Simpson und deren Freund Ron Goldman ermordet zu haben.

In einem späteren Zivilverfahren wurde er aber zur Zahlung von Entschädigungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Textes hatte SPIEGEL ONLINE aufgrund entsprechender Agenturmeldungen fälschlicherweise von einer Mindesthaftdauer von 15 Jahren Gefängnis berichtet. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

jdl/AFP/AP/dpa

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