Vergiftete Babynahrung Angeklagter räumt Erpressung von Supermärkten ein

Er vergiftete offenbar Babynahrung und forderte Millionenbeträge: In Ravensburg hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Supermarkterpresser begonnen. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein - jedenfalls teilweise.

Angeklagter im Landgericht Ravensburg
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Angeklagter im Landgericht Ravensburg


Vor dem Ravensburger Landgericht ist ein 54-Jähriger angeklagt, der mehrere Supermärkte erpresst haben soll. Laut Staatsanwaltschaft platzierte der Mann im Herbst 2017 fünf vergiftete Babygläschen in Läden in Friedrichshafen.

Auf diese Weise wollte der Mann demnach 11,75 Millionen Euro von verschiedenen Handelsunternehmen erpressen. Er muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes und schwerer räuberischer Erpressung verantworten.

Der Angeklagte räumte in der Verhandlung die Erpressung ein, bestritt aber, den Tod von Menschen in Kauf genommen zu haben. "Ich möchte mich nicht zum Mörder machen lassen", heißt es in einer schriftlichen Einlassung des Angeklagten, die sein Verteidiger vortrug.

Der Prozess gegen ihn hatte sich um eine Woche verzögert, weil der Angeklagte zum Prozessauftakt am vergangenen Montag nicht verhandlungsfähig war. Er hatte sich in seiner Zelle Schnittwunden zugefügt und Medikamente in größerer Menge eingenommen.

Um einen weiteren Suizidversuch zu verhindern, wurde der Mann vor dem zweiten Verhandlungstag in einer Zelle im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg rund um die Uhr überwacht. Das Urteil soll Ende Oktober fallen.

jpz/AFP/dpa



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