Rechtsextremismus Razzia gegen Neonazis in drei Bundesländern

Die Polizei geht erneut gegen Rechtsextreme vor. In Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg haben Beamte Wohnungen von Neonazis durchsucht. Der Vorwurf: Bildung einer bewaffneten Gruppe.

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Berlin - Ermittlungsbehörden sind einer bisher unbekannten Gruppe gewaltbereiter Neonazis auf der Spur. Seit Samstagmorgen haben Polizisten in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg Wohnungen und die Räume eines rechtsextremen Versandhandels durchsucht.

56 Beamte waren im Einsatz unter Leitung des Landeskriminalamts Brandenburg und der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem SPIEGEL am Samstagabend.

Den fünf Beschuldigten wird Verstoß gegen das Waffengesetz sowie die Bildung einer bewaffneten Gruppe vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen, die bis in den späten Nachmittag dauerten, stellten die Beamten neben Computer und Unterlagen auch ein Luftdruckgewehr und Schreckschusspistolen sicher. Scharfe Waffen fanden sie allerdings nicht.

Einer der Beschuldigten ist der vorbestrafte Meinolf S., Betreiber eines rechtsextremen Versandhandels, ehemaliger NPD-Funktionär und ehemaliges Mitglied der 1992 verbotenen Nationalistischen Front. Auch die anderen Beschuldigen stammen aus der gewaltbereiten Neonazi-Szene.

Auf die Spur der Gruppe sind die Ermittler durch einen Zufall gekommen. Im März fand die Polizei in einer Pension einen Toten. Der Mann, der an einem Herzanfall gestorben war, war ein einschlägig bekannter Rechtsextremist, neben seiner Leiche fanden die Beamten einen Rucksack mit Waffen.

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insgesamt 4 Beiträge
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kleiner-moritz 07.07.2012
1.
Genau! Und die Polizei (in Bayern) ist jetzt auch schon so hellhörig geworden, dass sie auch Kollegen, die bei internen Schulungen in T-Shirts der Gruppe KISS (http://de.wikipedia.org/wiki/Kiss_(Band)) erschienen, kurzerhand verhaftete, um anschließend 5.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen!
mm01 07.07.2012
2. Gehört..
Zitat von kleiner-moritzGenau! Und die Polizei (in Bayern) ist jetzt auch schon so hellhörig geworden, dass sie auch Kollegen, die bei internen Schulungen in T-Shirts der Gruppe KISS (http://de.wikipedia.org/wiki/Kiss_(Band)) erschienen, kurzerhand verhaftete, um anschließend 5.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen!
dieser Mensch auch zur rechten Szene? Oder hat unser geheime Geheimdienst wieder einmal versagt? "Sein Markenzeichen sind gesungene Terrorbotschaften, er huldigt den Taliban und al-Qaida: Trotz Überwachung ist der Berliner Ex-Rapper "Deso Dogg" geflohen, um seiner Festnahme zu entgehen." Trotz Haftbefehl: Deutscher "Dschihad-Rapper" flüchtet ins Ausland - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE (http://www.welt.de/politik/deutschland/article108013227/Deutscher-Dschihad-Rapper-fluechtet-ins-Ausland.html)
talvisota 08.07.2012
3. Tatvorwurf: Bildung einer bewaffneten Gruppe!
Gefunden wurden ein Luftgewehr und ein paar Schreckschusspistolen. Soll das ein Witz sein? Da wurden bei den Hausdurchsuchungen sicherlich einige Küchenmesser übersehen. Auch Schraubenzieher und andere spitze Gegenstände, die zweifellos geeignet wären, die einzigartige Gefährdung durch diese „bewaffnete Gruppe“ zu belegen, wurden doch mit großer Wahrscheinlichkeit vorsätzlich unterschlagen.
schwarzes_lamm 08.07.2012
4.
Zitat von talvisotaGefunden wurden ein Luftgewehr und ein paar Schreckschusspistolen. Soll das ein Witz sein? Da wurden bei den Hausdurchsuchungen sicherlich einige Küchenmesser übersehen. Auch Schraubenzieher und andere spitze Gegenstände, die zweifellos geeignet wären, die einzigartige Gefährdung durch diese „bewaffnete Gruppe“ zu belegen, wurden doch mit großer Wahrscheinlichkeit vorsätzlich unterschlagen.
Mit solchen Meldungen will man das Absurde plausibel machen. Es gibt leider mehr als genug Leute in Deutschland, die ernsthaft an Bewaffnung und Bürgerkrieg glauben, wenn Meldungen über bei Splittergruppen beschlagnahmte Luftgewehre und Schreckschusswaffen durch den Blätterwald rauschen. Und die angeblich so kritischen Journalisten spielen das Spiel auch noch mit.
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