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Razzia in Löcknitz: LKA vermutet Kriegswaffen bei Rechtsextremist

Razzia in Löcknitz: Staatsschützer stellten Munition sicher Zur Großansicht
Christopher Niemann

Razzia in Löcknitz: Staatsschützer stellten Munition sicher

Das Landeskriminalamt Berlin hat mehrere Gebäude in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durchkämmt - auf der Suche nach Kriegswaffen. Die Spur führt offenbar in die rechtsextreme Szene.

Berlin - Ein Großaufgebot von rund 130 Polizeibeamten hat am Montag mehrere Objekte in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durchsucht. Wie ein Berliner Polizeisprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mitteilte, richten sich die Ermittlungen gegen einen 50 Jahre alten Mann mit Verbindungen in die rechtsextreme Szene. Die Razzia wurde geleitet von der Staatsschutzabteilung des Berliner Landeskriminalamts (LKA).

Dem Beschuldigten werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Insgesamt seien fünf Örtlichkeiten durchsucht worden; drei in Berlin und zwei im mecklenburg-vorpommerschen Löcknitz in der Nähe von Pasewalk.

In Löcknitz hätten die Beamten unter anderem das Gelände eines Abschleppdienstes unter die Lupe genommen. Angaben der Zeitung "Nordkurier", wonach auf dem Schrottplatz auch Teile einer Flugabwehrkanone ("Flak") gefunden wurden, bestätigte der Polizeisprecher zunächst nicht.

Offenbar wurden jedoch eine Kiste mit Übungsmunition, angeblich aus Bundeswehrbeständen, eine Übungshandgranate sowie ein Karabiner sichergestellt. Außerdem seien die Staatsschützer auf rund 30 Propaganda-CDs der rechtsextremen NPD gestoßen.

Die Polizei führte eine erkennungsdienstliche Behandlung durch, sie verhaftete den 50-jährigen Mann aber nicht. Bei der Polizeiaktion seien auch ein Hubschrauber und eine Kamera-Drohne der Ermittler zum Einsatz gekommen.

Über die näheren Umstände der Razzia war zunächst nichts zu erfahren. Die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte am Montagnachmittag lediglich, dass bei der Behörde ein entsprechendes Ermittlungsverfahren anhängig sei.

mba/srö

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