Razzia in Spanien Deutsche Jungen aus Hand von Kinderschändern befreit

Sie wurden beim Missbrauch gefilmt, die Videos danach in alle Welt verkauft: Die spanische Polizei hat 19 Minderjährige aus den Klauen eines internationalen Kinderporno-Rings befreit. Einige der Opfer stammen aus Deutschland.


Madrid - Im Kampf gegen Kinderpornografie hat die spanische Polizei 19 minderjährige Jungen aus den Händen eines Kinderpornografie-Rings befreit - von denen einige offenbar auch aus Deutschland stammen. Wie die nationale Polizeidirektion am Samstag in Madrid mitteilte, waren die missbrauchten Kinder deutscher, rumänischer und ukrainischer Herkunft zwischen 11 und 16 Jahre alt. Weitere Details zu den Opfern wurden zunächst nicht bekannt.

Die Polizei entdeckte die Jungen in der ostspanischen Küstenstadt Alicante, der Hauptsitz des Rings soll aber in der kanadischen Stadt Toronto sein. Die Kinder waren demnach unter anderem für die Aufnahme von Videos missbraucht worden - die dann verkauft wurden. Bei der Operation "Schwert" nahm die Polizei in 14 spanischen Städten 28 Menschen fest, gegen zehn weitere wird ermittelt.

Die spanische Zeitung "El Mundo" berichtet, dass der Ring offenbar seit 2004 aktiv gewesen sein soll. Er habe drei Webseiten betrieben, um das illegale Material zu vertreiben. Auf diesem Weg seien kinderpornografische Inhalte in insgesamt 94 Länder verkauft worden - nach Asien, Amerika und Europa. Der jährliche Umsatz soll sich auf 1,6 Millionen Dollar belaufen haben.

Sichergestellt wurde bei der Aktion auch umfangreiches Beweismaterial, darunter 20 Computer, 81 Festplatten, 1881 CDs und DVDs, 27 USB-Sticks sowie mehrere Mobiltelefone, Foto- und Videokameras.

tdo/dpa



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