Rufschädigung Deutscher Yellowpress-Verlag muss Millionen an Rebel Wilson zahlen

Der Medienkonzern Bauer muss Rebel Wilson rund drei Millionen Euro Entschädigung zahlen. Der Grund: Zeitschriften des Unternehmens hatten die Schauspielerin laut Gericht als notorische Lügnerin dargestellt.

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Richter John Dixon vom Obersten Gerichtshof des australischen Bundesstaats Victoria wollte offenbar ein Zeichen setzen: Er sagte in Melbourne, es sei ein wesentlicher Betrag nötig, um Rebel Wilson zu rehabilitieren, nachdem ihr Ruf als rechtschaffene Schauspielerin schwer beschädigt worden sei.

Das Gericht verdonnerte den Bauer-Konzern zur einer Entschädigungszahlung in Höhe von 4.567.472 australischer Dollar, rund 3 Millionen Euro. Auch die Gerichtskosten muss das Unternehmen tragen. In der Summe enthalten sind 650.000 Dollar für allgemeine Schäden, 3.917.472 Dollar sollen für entgangene Filmrollen entschädigen.

Wilsons Anwälten zufolge handelt es sich um die größte Entschädigungszahlung, die in der Rechtsgeschichte Australiens jemals verfügt wurde.

Bauer Media habe im Prozess versucht, die verleumderischen Artikel als wahr darzustellen oder ihre Wirkung herunterzuspielen, sagte Richter Dixon. In den Publikationen sei Wilson als notorische Lügnerin dargestellt worden, die fast jedes Detail aus ihrem Leben erfunden habe. Ein Artikel habe nahegelegt, dass Wilson "so unseriös ist, dass nichts, was sie über sich sage, ernstgenommen werden könne, es sei denn, es werde von unabhängigen Quellen bestätigt", so der Richter. "Eine solche Behauptung ist selbstverständlich schwerwiegend."

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Verleumdungsklage: Rebel Wilson erhält Millionen-Entschädigung

Die 37-Jährige hatte sich im Juni erfolgreich vor Gericht gegen Berichte zur Wehr gesetzt, dass sie Lügen über ihren Namen und ihr Alter verbreitet habe. Acht entsprechende Artikel waren 2015 in australischen Zeitschriften der Bauer Media Group wie "Women's Weekly" und "OK" erschienen. Wilson, bekannt aus Filmen wie "Pitch Perfect" oder "Brautalarm", hatte erklärt, dadurch seien ihr Rollen in großen Filmprojekten entgangen.

Wilsons Anwälte hatten eine höhere Entschädigung von 5,9 Millionen australischen Dollar als Ausgleich gefordert. Bauer-Verteidigerin Georgina Schoff erklärte daraufhin, die Forderung sei "außergewöhnlich hoch" und fügte hinzu: "Der Ruf und die Wiedergutmachung lassen sich nicht mit Geld bemessen."

ala/dpa



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